Wo die Brummis brausen

Bei ihrer Besuchstournee durch die Stadtteile hat Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz am Mittwoch in Scheidt Halt gemacht. Vor allem der belastende Straßenverkehr war ein Anliegen ihrer Gastgeber.

Die Minuten, bevor Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz bei ihren sommerlichen Besuchen in den Stadtteilen eintrifft, verlaufen stets ähnlich. Eifrig besprechen die Teilnehmer des anschließenden Rundgangs, welche Sorgen und Probleme sie aufs Thementablett legen wollen. So auch am Mittwoch in Scheidt , wo gut drei Dutzend Bürger auf die Oberbürgermeisterin warten. Subjektiv glauben einige beobachtet zu haben: "Den Dreck haben sie hier und dort vorher schon weggemacht, war ja klar, dass Frau Britz kommt." Zum großen Palaver kommt es dann aber meist nicht - zumindest nicht sofort. Denn die erste Bürgerin begrüßt jeden freundlich per Handschlag.

Für offizielle Worte ist zunächst Roswitha Mohr als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Vereine zuständig. Sie freut sich, die Oberbürgermeisterin in Scheidt zu sehen, und hofft: "Dass sich all unsere Hoffnungen erfüllen, wenn wir später auseinandergehen." "Eine große Bürde", kommentiert Britz, um dann besagte Probleme anzugehen. Was die Anwohner des Flürchens betrifft, sind die an Ort und Stelle zu besprechen. Brummis brausten hier schon immer durch, seit die Fechinger Talbrücke für sie tabu ist, sind es noch etliche mehr. Was für die Anwohner schon mit sich gebracht hat, dass Straße und Kanal später als geplant saniert werden: "Wir wollen ja nicht nach dem Floriansprinzip verlangen, dass die Lkw-Durchfahrt hier verboten wird. Die müssten dann über Fechingen fahren, und die haben schon genug zu ertragen." Vielmehr sorgen sie sich, dass sie über die Straßenbau-Beitragssatzung (Strabs) später die Zeche für die durch den vermehrten Brummiverkehr entstandenen Schäden zahlen müssen. Müssen sie nicht, weil die Strabs hier nicht greife, sagt Britz vor Ort.

Der Verkehr macht auch in der Kaiserstraße Probleme. Die passierte die Gruppe zwar erst am Ende des Rundgangs, ihre Sorgen wollten die Betroffenen aber jetzt schon loswerden. So ist wohl vor allem die Raserei neben der hohen Frequenz das Problem. Ob nun aber mehr geblitzt werde oder die Straßen enger gemacht werden sollen - etwa durch Parkzonen - war hier nicht zu klären.

Ebenso die Frage nach dem Schulausbau zur Gebundenen Ganztagsgrundschule. Die Umwandlung ist zwar kein Thema mehr. Das geschieht zugweise ab der ersten Klassenstufe ab dem kommenden Schuljahr. Doch jetzt kommen, wie wir auch schon berichteten, Probleme mit der Freiwilligen Feuerwehr in der direkten Nachbarschaft auf. "Die Feuerwehrleute kommen bei Alarm schnellstmöglich mit Privatautos hierher", so Löschbezirksführer Uwe Elz. Dann schnell in die Einsatzklamotten, aufs Feuerwehrauto und wieder weg. Allerdings fehle der Parkraum für das Privatauto, wenn so gebaut wird, wie geplant. Außerdem könnten Kinder in Gefahr geraten, weil auf dem Weg zum Einsatz Eile geboten sei. Anders als die kommunalpolitischen Gremien es zuletzt geplant hatten, nämlich das die Probleme bis zur Sommerpause der Parlamente und Ausschüsse gelöst sind, scheint noch alles möglich. Sogar eine Verlegung des Feuerwehrgerätehauses oder eine Umplanung des Schulausbaus. Auf jeden Fall aber sollen die Schulkinder nach den Ferien trainieren, wie sie sich zu verhalten haben, wenn die Feuerwehr ausrücken muss. Unklar ist auch noch, was mit dem Festplatz passieren soll. Die Scheidter wünschen auf jeden Fall, dass er besser befestigt wird.