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Nachlass gut in Szene gesetzt

Udo Dawo in der Ausstellung zur Schröder-Versteigerung in seinem Auktionshaus in Scheidt. Foto: Iris Maurer
Udo Dawo in der Ausstellung zur Schröder-Versteigerung in seinem Auktionshaus in Scheidt. Foto: Iris Maurer FOTO: Iris Maurer
Scheidt. 36 Werke des saarländischen Bildhauers Hans Schröder, darunter 27 Bronzefiguren, versteigert das Auktionshaus Dawo am 18. März. Die Arbeiten stammen aus seiner frühen Schaffenszeit bis kurz vor seinem Tod vor fünf Jahren. Vernissage der Ausstellung ist heute. Nicole Baronsky-Ottmann

Die Bronze-Skulptur des Mädchens hat den Kopf leicht zur Seite geneigt. Die Dargestellte spielt mit ihren Haaren, ihr Schmollmund erinnert an Brigitte Bardot , ihre Formen sind wohl gerundet. Eine andere weibliche Skulptur hat überlange Gliedmaßen. Die Ballerina steht auf der Zehenspitze, streckt das Bein und die Arme weit in den Raum hinein. Diese Bronze-Skulpturen stammen vom saarländischen Bildhauer Hans Schröder und werden ab Freitag im Auktionshaus Dawo in Scheidt ausgestellt. In einer Vitrine sind auch kleinere Tierdarstellungen des Bildhauers zu sehen, wie der Elefant aus dem Saarbrücker Zoo . In ihnen ist es Hans Schröder besonders gelungen, Kraft und Wildheit in kleinen Maßen ausdrucksvoll wiederzugeben.

"Wir haben für die Auktion am 18. März insgesamt 36 Werke von Hans Schröder geliefert bekommen, darunter 27 Bronzefiguren. Da die Arbeiten aus seiner frühen Schaffenszeit bis kurz vor seinem Tod vor fünf Jahren stammen, geben sie einen guten Überblick über sein Gesamtwerk. Daher präsentieren wir sie als eigene Ausstellung", sagt Udo Dawo, Inhaber des Auktionshauses. Allein zehn der eingereichten Werke Hans Schröders stammen von einem Sammler aus Norddeutschland, einige sind aus dem Saarland , darunter auch drei aus dem Nachlass des ehemaligen DFB-Präsidenten Hermann Neuberger. Von ihm kommt auch - ganz passend - eine Bronzeskulptur Schröders mit Fußballspielern in voller Aktion. Seit 1981 veranstaltet Udo Dawo Versteigerungen von Kunstgegenständen. Der gelernte Betriebswirt führte vorher ein Antiquitätengeschäft in Blieskastel, seither organisiert sein Haus sechs bis sieben Versteigerungen pro Jahr. Und jedes Mal kommen zwischen 800 bis 1800 Objekte unter den Hammer.

Das schafft Udo Dawo nicht allein. Daher wird er von drei Mitarbeitern und seiner Ehefrau Kunigunde unterstützt. Bis zu 100 Besucher kommen regelmäßig zu den Versteigerungen, wobei aber viele nur zuschauen. "Mittlerweile kommt die kaufkräftige Kundschaft aus ganz Europa. Denn auf unserer Homepage kann man mitsteigern, das hat sehr stark zugenommen", erklärt Udo Dawo. Dabei ist es ihm aber wichtig zu betonen, dass dies keine Internet-Versteigerungen sind, denn die hätten eine andere Rechtsgrundlage. In den fast dreieinhalb Jahrzehnten, die er mittlerweile Auktionen veranstaltet, ist auch viel passiert. "Der Sohn des bekannten Malers Jean Schuler hat die Blätter seines Vaters nachträglich auf der Rückseite mit Filzstift signiert und die Unterschriften sind während der Auktion auf die Vorderseite durchgesickert", erzählt er kopfschüttelnd. Oder er berichtet von einer Auktion von medizinischen Grafiken, die dann aber niemand haben wollte, es kam kein einziger Besucher.

Eines liegt Udo Dawo aber besonders am Herzen. "Ich zeige und versteigere immer gerne saarländische Künstler der älteren Generation, bevor sie vergessen werden - wie jetzt auch Hans Schröder. Es ist bedauerlich, dass sie mittlerweile in ihrer Heimat sonst so wenig ausgestellt werden."

"Ausstellung zum Todestag von Hans Schröder". Vernissage am heutigen Freitag, 18 Uhr, im Auktionshaus Dawo, Kaiserstraße 133 in Saarbrücken-Scheidt. Die Auktion der Werke ist am Mittwoch, 18. März.

dawoauktionen.de