Manuela Alves-Weyers stammt aus Mosambik, ist Portugiesin und ein „Scheidter Mäde“

VHS-Lehrerin aus Scheidt : Die schönste Sprache der Welt

Manuela Alves-Weyers stammt aus Mosambik, ist Portugiesin und ein „Scheidter Mäde“ – und unterrichtet Saarländer.

Vielen Saarländern hat sie Portugiesisch beigebracht. Immer mit einer lockeren, lustigen und allzeit gut gelaunten Art. Anfang September wurde Manuela Alves-Weyers von der Volkshochschule in Saarbrücken für ihre 35-jährige Tätigkeit als Portugiesisch-Lehrerin geehrt. „Manche sagen, Portugiesisch ist schwer – und für andere ist es die schönste Sprache der Welt. Es ist wie immer etwas von allem dabei“, sagt die 61-Jährige.

Auch der Grund, warum Saarländer Portugiesisch lernen, ist unterschiedlich. Die einen haben Bekannte in Portugal und wollen die Sprache richtig lernen. Andere lernen sie aus Lust und Laune. „Es gibt auch viele Rentner, die ihren Lebensabend in Portugal verbringen wollen, und deshalb die Sprache lernen“, erklärt Alves-Weyers. Sie mag Portugiesisch genau so wie Englisch, Französisch und Deutsch, das sie übrigens perfekter als so mancher Saarländer spricht.

Saarländisch kann Alves-Weyers natürlich auch – was ihr beim Urlaub in Südbrasilien schon mal weiter half. „In Südbrasilien gibt es ganze Städte und Dörfer, in denen Platt geschwätzt wird. Wenn man dort gefragt wird, ob man Sießschmier aufs Brot möchte, ist es angenehm, wenn man Platt kann. Es ist verrückt, wie klein die Welt ist“, sagt die 61-Jährige und schmunzelt.

1975 kam Alves-Weyers zum ersten Mal ins Saarland. Damals zählte sie zu den besten Leichtathletinnen Portugals. Sie hielt über viele Jahre den Landesrekord über 400 Meter Hürden. Bei einem Besuch der besten portugiesischen Leichtathleten in Saarbrücken verliebte sie sich. Zwei Jahre später zog sie nach Scheidt, wo sie seitdem lebt. Es folgten die Hochzeit und zwei Kinder.

Ihre Wurzeln sind in vielen Ländern verstreut. Alves-Weyers lebte die ersten 14 Jahre ihres Lebens im ostafrikanischen Mosambik. Dort war sie Teil der Leichtathletik-Nationalmannschaft. „Mosambik war eine portugiesische Kolonie und mein Vater bekam dort Arbeit. Es ist ein wunderschönes Land. Ich würde es als mein Heimatland bezeichnen. Ich liebe Afrika“, erklärt die 61-Jährige. Sie sagt, sie stammt aus Mosambik, ist Portugiesin zweiter Klasse – und liebt Deutschland, wo sie auch bleiben möchte. „Ich fühle mich hier sehr wohl, habe meinen Beruf und meine Freunde hier“, erzählt die Lehrerin, die Praxis und Pädagogik für Inklusion studierte und in diesem Beruf auch arbeitet.

Portugiesisch bringt das Sprachtalent den Saarländern nebenher bei. „So habe ich die Möglichkeit, Portugiesisch zu reden.“ In Scheidt gilt Alves-Weyers ein „Scheidter Mäde“. Kein Wunder, sie lebt seit 40 Jahren dort und ist seit 35 Jahren Trainerin im Turnverein. Heimweh nach Mosambik oder Portugal hat sie nicht. „Aber hier bei uns fängt jetzt wieder die kalte Jahreszeit an und dort unten ist es noch schön warm. Das nervt etwas“, sagt die 61-Jährige mit einem charmanten Lächeln. Und was ist der größte Unterschied zwischen Deutschland und anderen Ländern, die sie kennen gelernt hat? „In Deutschland leben die Menschen, um zu arbeiten. In Portugal arbeitet man, um zu leben. Ein Mittelweg täte den Menschen in beiden Ländern ganz gut“, sagt die ehemalige Leichtathletin, die sich in der Welt auskennt und Sprachen unter das Volk bringt.

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