Kinder setzen auf fairen Handel

Die Grundschule Scheidt darf sich jetzt „Fair-Trade-Grundschule“ nennen und ist damit die erste im Saarland. Kinder und Lehrer setzen sich für faire Arbeitsbedingungen auf der ganzen Welt ein.

Die Grundschule Scheidt ist seit Donnerstagmorgen, kurz nach Schulbeginn, ganz offiziell die erste Fair-Trade-Grundschule des Saarlandes. Das wollten Schüler, Lehrer und Eltern selbstverständlich feiern - gemeinsam mit den Ehrengästen, Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD ) und Saarbrückens Bildungsdezernent Erik Schrader (FDP ).

Die waren gut beraten, bereits beim Begrüßungslied der Schüler aufzupassen. Sie hatten ihr Lied "Herzlich willkommen" um eine zum Ernennungstag passende Strophe erweitert. "Unsere Schule will sich engagieren", begannen sie diese und zählten unter anderem "für Umwelt und Menschenrechte" auf.

In einem kurzen Video ließ die Klasse 4.1 ihr Maskottchen, den Raben Leo, im Gespräch mit einer fair gehandelten Banane am Stand des Elterncafés erklären, worum es beim fairen Handel geht. Zum Beispiel, dass die Arbeiter einen gerechten Lohn bekommen, die Arbeitsbedingungen generell gut sind und sie auf den Einsatz von Umweltgiften verzichten. Außerdem stellten sich im Film junge "Pioniere des Wandels" vor. Die erklärten, dass es wichtig ist, sein Wissen über den fairen Handel nicht für sich zu behalten. "Ich werde darauf aufpassen, dass auch meine Familie darauf achtet", sagte ein Junge, dessen Name im Film ebenso nicht genannt wird wie der einer Schülerin. "Ich werde anderen Menschen davon erzählen", sagte diese in die Kamera. Auch alle, die die Schule tatsächlich oder im Internet besuchen, sollen über den fairen Handel informiert werden. Plakate hängen im Schulhaus, Inhalte dazu stehen auf der Internetseite der Schule.

"Ihr seid die ersten im Saarland und damit einzigartig im Land", gratulierte Minister Commerçon und fügte hinzu: "So eine Auszeichnung bedeutet, dass man auch in Zukunft Vorbild sein muss." Dezernent Schrader wies darauf hin, dass die Schule ja auch Unesco-Schule sei und sagte stolz: "Wie auch Oberbürgermeisterin Charlotte Britz bin ich froh, dass Saarbrücken wieder Spitze im Land ist - dank Euch."

Bereits seit einigen Jahren wird der faire Handel in der Grundschule Scheidt fest im Unterricht behandelt und in der Schule gelebt. Die Schule wird in ihren Aktivitäten von den Bildungsreferenten der Fairtrade Initiative Saarbrücken unterstützt, die gleichzeitig regionaler Kooperationspartner für die Kampagne "Fairtrade Schools" (Fair-Trade-Schulen) ist. Fünf Voraussetzungen für die Auszeichnung hat die Grundschule Scheidt erfüllt: Sie hat ein Team für fairen Handel aus Schülern, Lehrern, Eltern und weiteren Interessierten gebildet. Außerdem hat die Grundschule einen "Fairtrade-Kompass", den das Rektorat unterzeichnet hat. An der Schule werden fair gehandelte Produkte verkauft und verzehrt. Zudem musste das Thema fairer Handel im Unterricht in mindestens zwei Jahrgangsstufen und zwei unterschiedlichen Fächern behandelt werden. Schließlich sind auch jährliche Schulaktionen zu dem Thema wichtig. Die Grundschule Scheidt darf den Titel "Fairtrade School" jetzt zunächst für zwei Jahre tragen. Danach erfolgt eine Überprüfung, ob die Kriterien weiterhin eingehalten werden.