Hat die Stadt beim Schulumbau in Scheidt falsch geplant?

Nach langer Diskussion soll die Grundschule Scheidt zur echten Ganztagsschule umgebaut werden. Doch es gibt Kritik an den Plänen der Stadt. Angeblich soll die Verwaltung nicht beachtet haben, dass in der Nachbarschaft die freiwillige Feuerwehr ist und die Einsatzkräfte irgendwo parken müssen.

Eigentlich sah sich die Verwaltung auf einem guten Weg, die Gebundene Ganztagsgrundschule (GGTGS) Scheidt auf den Weg zu bringen. Dass sie verpflichtende Ganztagsschule werden soll, steht inzwischen fest, jetzt gilt es noch, mit einem Anbau mehr Raum zu schaffen.

Umso kälter wurde die Verwaltung kürzlich von der Kritik des Bezirksrates Dudweiler erwischt, in dessen Protokoll von einer kompletten Fehlplanung die Rede ist. Der Vorwurf: Die Planer hätten völlig vergessen, dass die Freiwillige Feuerwehr direkter Nachbar der Grundschule ist, die Bezirksverordneten sehen jetzt sogar die Einsatzbereitschaft gefährdet. Weil die Feuerwehrleute , die zum Einsatz kommen, womöglich im Umfeld des Feuerwehrgerätehauses keinen Abstellplatz mehr für ihre Privat-Autos finden. "Eigentlich war die freiwillige Feuerwehr bei allen Terminen vor Ort beteiligt und wir gingen davon aus, dass die Planungen okay sind", sagte Dezernent Thomas Brück in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Schule, Kinder und Jugend des Stadtrats, der von der Verwaltungsvorlage Kenntnis nahm, wegen der Kritik des Bezirksrats aber kritisch nachhakte.

27 Parkplätze müssten für die Feuerwehrleute parat stehen. Diese Zahl hat Bezirksbürgermeister Rainer Schwarz genannt und sich auf die Brandschutzordnung berufen. Und die kennt er als Brandinspektor des Regionalverbandes im Ruhestand bestens. Außerdem befürchten die Bezirksverordneten, dass es besonders während des Schulbetriebes zu kritischen Situationen kommen könnte, wenn die Einsatzfahrzeuge eilig ausrücken und sich Schüler auf dem gemeinsam zu nutzenden Weg tummeln.

Letzteres scheint noch relativ einfach zu lösen zu sein. Erstens habe in den Plänen, die der städtische Gebäudemanagement-Eigenbetrieb Saarbrücken (GMS) dem Bezirksrat vorgelegt habe, noch eine Schranke auf dem Weg zum Feuerwehrgerätehaus gefehlt. Die soll verhindern, dass dar alltägliche Bring- und Abholdienst der Eltern diesen wichtigen Einsatzausfahrtweg belagert.

Dieser Plan mit Schranke lag dem Ausschuss nun vor. Außerdem können die Lehrer nach Angaben der Verwaltung über Alarmierungen informiert werden und dann besonders auf die Kinder aufpassen.

Das Problem sind die Parkplätze . Die waren seit dem Schulneubau schon immer rar. Die Schule steht im Prinzip auf dem ehemaligen Brascheplatz vor dem Feuerwehrgerätehaus, der den Lebensrettern als Parkplatz diente. Zuletzt blieb nur noch ein kleiner Schulparkplatz, vornehmlich für die Lehrer. Genau dort soll jetzt der Anbau errichtet werden, die Lehrerparkplätze werden in Richtung Straße verlagert. Bleiben nur noch wenige Stellplätze entlang der Straße, sofern es nicht Halteverbotsschilder oder Einfahrten unmöglich machen. "Querparkplätze auf dem Grünstreifen neben dem Schulhaus" seien eine Alternative, meinte Dezernent Brück. "Am besten die Feuerwehr verlagern", schlug Karin Burkart aus der Grünenfraktion vor. Um damit das Problem auf dem Gelände, das zusätzlich mit Sporthalle und Kindergarten vollends zum Nadelöhr wird, zu lösen. Das scheitert wohl am Geld, gab Ratskollegin Anke Schwindling (CDU ) zu bedenken. Die Verwaltung gerät in die Bredouille. Zwar hat der Ausschuss nach langer Diskussion die Kenntnisnahme der Vorlage bestätigt, fordert aber ausdrücklich die Lösung der Probleme.

Wenn die nicht schnell kommt, könnte die Verwaltung im Zeitplan der GGTGS in Scheidt in Verzug kommen. Der Werksausschuss des Gebäudemanagement-Betriebs hat aber am Freitag dem Plan der Verwaltung inklusive Schranke zugestimmt.