Das Torphänomen geht neue Wege

Axel Bachinger und Tore – das gehörte in den vergangenen Jahren so untrennbar zusammen wie der Rohrbach und Scheidt. Beim Fußball-Kreisligisten SV Scheidt hat der 37-Jährige nun seine erste Station als Trainer in Angriff nehmen.

Es ist ein neues Kapitel, das der ehemalige Torjäger vom Dienst aufschlägt: Axel Bachinger hat das Traineramt beim Fußball-Kreisligisten SV Scheidt übernommen. Dort, wo der 37-Jährige zwischen 2003 und 2011 fast Kultstatus erlangte - vor allem wegen seiner überragenden Torquote. Weit mehr als 250 Treffer sind es, die Bachinger für den Verein aus dem Saarbrücker Stadtteil erzielt hat. Die erfolgreiche Zeit war mitentscheidend für seine Zusage, als ihn die Scheidter Verantwortlichen kontaktierten. "Gerade in diesem Verein kann das für mich ein schöner Anfang sein. Ich hatte ja ohnehin vor, irgendwann als Trainer zu arbeiten. Wäre jetzt ein anderer Club gekommen, hätte ich aber wohl noch abgesagt", gesteht Bachinger.

"Eine interessante Geschichte"

Der SV Scheidt ist für ihn eine Herzensangelegenheit. Er freue sich auf die neue Aufgabe, sagt das Torphänomen. Ein weiteres Argument pro Scheidt liege im guten Verhältnis zum Vorstand. Mit den Vorsitzenden Daniel Hoffmann und Klaus Fay habe er noch in einer Mannschaft gespielt, verrät der künftige Übungsleiter des Clubs, der die vergangene Saison Tabellenvierter der Kreisliga Halberg wurde. Bachinger hat Trainer Jörg König abgelöst, der zum Bezirksligisten Viktoria Hühnerfeld gewechselt ist. Sein erster Eindruck ist positiv: "Das ist eine junge Mannschaft mit Potenzial. Die Spieler sind alle gute Jungs. Das wird definitiv eine interessante Geschichte."

Auf dem Feld wird der zweifache Familienvater aber wohl nicht mehr mithelfen. Schuld ist ein Knorpelschaden, der 2015 bei dem Torjäger diagnostiziert wurde. "Das kam quasi von heute auf morgen. Ich habe samstags noch 90 Minuten gespielt, am nächsten Tag ging dann gar nichts mehr", blickt Bachinger auf eine bittere Phase seiner meist positiven Zeit als Fußballer zurück: "Mir wurde geraten, vom Fußball Abstand zu nehmen. Damit habe ich erst einmal klarkommen müssen und es anfangs auch bewusst vermieden, auf den Sportplatz zu gehen. Wenn man vor Ort ist, juckt es einen ja doch wieder." Auf eine Operation habe er wegen des ungewissen Ausgangs verzichtet.

Offensive Spielweise

Wie der Trainer Bachinger spielen lässt, darüber sei er sich noch nicht ganz im Klaren. "Als Offensiver werde ich wahrscheinlich auch offensiv spielen lassen. Andererseits heißt es: Die Abwehr gewinnt Titel. Wir werden da sicher einen Mittelweg finden. Allerdings ist klar, dass ich mich generell erst mit der neuen Rolle anfreunden und viel dazu lernen muss", weiß Bachinger, der in seiner Karriere nur für drei Vereine gespielt hat. In der F-Jugend begann er bei Teutonia Jägersfreude, wo er bis zum Wechsel zum SV Scheidt spielte. "Ich war nie ein großer Wandervogel", betont er und ergänzt: "Scheidt war für mich sicher die persönlich erfolgreichste Zeit. Ein Höhepunkt war ganz klar die Meisterschaft 2010 und der damit verbundene Bezirksliga-Aufstieg." Aber auch seine letzte Station beim FC Kleinblittersdorf lief erfolgreich. Dort wurde Bachinger 2013 und 2014 mit 44 beziehungsweise 41 Treffern jeweils Torschützenkönig der Landesliga. Nun darf der Saarfußball gespannt sein, wie sich der ehemalige Torjäger vom Dienst als Trainer schlagen wird.