SV Schafbrücke ist zahlungsunfähig

Den Fußballern des SV Schafbrücke ist das Geld ausgegangen. Der Verein aus dem Saarbrücker Osten hat beim Amtsgericht einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Zu einem Verfahren wird es aber wohl nicht kommen, und auch die Zukunft scheint gesichert.

Der SV Schafbrücke hat Insolvenz beantragt. Laut Hady Abdeli, Vorsitzender und Trainer der Saarbrücker Kreisliga-Fußballer, könne der Verein seine Zahlungen an die Sparkasse Saarbrücken, die aus einem Baudarlehen für die ab 2009 komplett renovierte Sportanlage auf der Schafbrücke resultieren, nicht mehr stemmen. Dazu hätten zwei Punkte maßgeblich beigetragen: Zum einen haben zwei Sponsoren ihr Engagement bei den Schwarz-Weißen erst vor Kurzem heruntergefahren. Zum anderen seien durch den Defekt einer Heizungsanlage im August und einer Warmwasseraufbereitungsanlage im September unvorhergesehene Mehrkosten entstanden.

"Beides ist kurz nacheinander passiert", sagt Abdeli. "Wir haben daraufhin sofort das Gespräch mit der Sparkasse gesucht. Die Gesamtsituation hat es erfordert, dass wir von Vorstandsseite entsprechend reagieren." Der Verein hatte 2009 einen Kredit von 190 000 Euro aufgenommen, um die Eigenbeteiligung an der aus öffentlichen Geldern bezuschussten Sportanlage (Gesamtvolumen laut Abdeli rund 550 000 Euro) zu leisten. Der TV Schafbrücke , der die Anlage, zu der unter anderem ein Rasen- und ein Kunstrasenplatz gehören, mitbetreibt und nutzt, hatte seinen Anteil damals aus eigenen Mitteln beigesteuert. Im Insolvenzeröffnungsverfahren gegen den SV Schafbrücke wurde Rechtsanwalt Marc Herbert vom zuständigen Amtsgericht Saarbrücken als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt.

Herbert, der zuletzt als Insolvenzverwalter von Borussia Neunkirchen maßgeblich zu deren Rettung beitrug, habe sich inzwischen einen Überblick verschafft. Demnach belaufen sich die Verbindlichkeiten auf rund 200 000 Euro. "Es ist so, dass die Sparkasse als einziger Gläubiger beide Plätze finanziert hat, dabei aber über keinerlei Sicherheiten verfügt", sagt Herbert. "Das weitere Vorgehen sieht so aus, dass man einen Forderungsverzicht mit der Sparkasse aushandelt. Ich gehe davon aus, dass das Verfahren mangels Masse eingestellt wird. Der Verein verfügt über keinerlei Vermögen. Das heißt, es dürfte auf eine Kleinstquote über Jahre hinauslaufen." Der Verein wird die Forderungen also nur zu einem gewissen Teil und über einen langen Zeitraum hinweg begleichen können.

Bereits an diesem Samstag erfolgt beim SV Schafbrücke eine interne Abstimmung, in der die Mitglieder darüber entscheiden, ob im Saarbrücker Osten weiter gekickt wird. Abdeli ist guter Dinge: "Ich bin überzeugt, dass wir auf der Schafbrücke weiter Fußball anbieten können und werden. Es ist alles sehr unglücklich gelaufen. Ich hoffe, dass jetzt alles wieder zur Normalität übergeht." Was das Verfahren angeht, ist ein schnelles Ende laut Herbert durchaus in Sicht: "Ich tippe, dass das Ganze in einem Monat abgeschlossen sein wird. Für den Verein wird sich im Grunde kaum etwas ändern." Das dürfte auch für mögliche Konsequenzen seitens des SFV gelten, da der SV Schafbrücke in der Kreisliga und damit in der untersten Klasse spielt. Allerdings dürfte der Tabellenvierte der Kreisliga A Halberg, der fünf Punkte hinter Spitzenreiter FV Fischbach liegt, seine Aufstiegsträume für diese Saison begraben.