Heiteres Verwirrspiel um ein „Meisterwerk“

„Das Meisterwerk“, ein heiteres Verwirrspiel um eine schräge Senioren-Wohngemeinschaft, präsentierte das Scheidter Broodkuche-Theater bei seiner 100. Vorstellung – im 30. Jahr seines Bestehens.

Ein echtes Jubiläum hatte das Ensemble des Scheidter Broodkuche-Theaters seinem Publikum zu bieten. Pünktlich zum 30-jährigen Vereinsbestehen gab es die 100. Aufführung der Laien-Schauspieler um den Vorsitzenden Manfred Baum.

Dazu gaben die Akteure Bettina Zippels Stück "Das Meisterwerk" zum Besten. Baum selbst spielt darin den Paul Reuter, der als Ordnungsfanatiker vorbestimmtes Oberhaupt der Senioren-Wohngemeinschaft ist, zu der außerdem seine Frau Emma (Jutta Baum), Hobby-Künstlerin Helene Itzeplitz (Manuela Jung) und Lebenskünstler Ernst Maler (Herbert Seyler) gehören. Die Pflegerinnen Ruth, Helena und Hilde (Kerstin Dilger-Schulz, Melanie Burkhardt und Renate Cubasch) schauen gelegentlich nach dem Rechten. Alltagshöhepunkte sind Essensplan und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel. Dabei hat stets der Verlierer - meist ist es Ernst - einen Euro ins Sparschwein zu schmeißen. Mit dem Geld will das Seniorenquartett irgendwann einmal einen Ausflug machen.

Ernst zählt in einem unbeobachteten Moment das Geld und stellt ernüchtert fest, dass die Sau zu mager ist: "Das reicht grad bis Lautere - ohne Rückfahrschein." Also ersetzt er die Euros durch gesammelte DM-Münzen mit dem Ziel, die Penunzen im Casino zu vermehren. Klar, dass er dabei grandios scheitert. Das Parkett ist bereitet für allerhand Verwirrungen, die so zu einer Komödie gehören. Zur Heiterkeit im Publikum trägt außerdem bei, dass die eitle Emma sich vehement weigert, ihr Hörgerät zu tragen und vieles falsch versteht. Im zweiten Akt taucht dann das Meisterwerk auf. Ein Gemälde, das Kennerin Carla Dabo (Viviane Crolla) wegen des Rahmens als tatsächliches Meisterwerk erkennt. Dumm nur, dass die schrullige Helene darüber ihr eigenes "Meisterwerk" gepinselt hat. Der alte Schinken ist also auch wertlos. Reise futsch, Stimmung im Keller, Senioren-WG zerstritten. Wie sich im dritten Akt alles zum Guten wendet, wird selbstverständlich hier nicht verraten, schließlich stehen noch weitere Aufführungen an.

In der Schafbrücker Festhalle ist das Broodkuche-Theater längst heimisch. "In der Scheidter Turnhalle haben wir einst zweimal gespielt", informiert Stefan Schilling, vor Monaten noch im Ensemble, jetzt macht er zusammen mit Harald Cubasch und Peter Bröhl die Technik. Zum Team gehört außerdem noch Souffleuse Christiane Seyler.

Weitere Vorstellungen, samstags, 7. und 14. November, 19 Uhr, Festhalle Schafbrücke .