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Jubiläum
Zehn Jahre Denkwerk-Stadt

St. Johann. Zehn Jahre Vereinsarbeit voller Denkanstöße, kultureller Projekte und Meilensteine im Zeitraffer auf gut zwei Stunden komprimiert. So hat der Saarbrücker Verein Denkwerk-Stadt sein zehnjähriges Bestehen am Mittwochabend in der Saarbrücker Johanneskirche gefeiert. Von Andreas Lang

„Dies ist das erste, was Sie von der Denkwerk-Stadt gehört haben“, sagte Moderator Hasso Müller-Knittau zu Beginn. Er meinte die von Sopranistin Bernadette Meyer vorgetragene Arien, wie sie zum ersten der vielen Denkwerk-Stadt-Projekte über Wochen im Parkhaus am Staatstheater zu hören waren.


Und Musik sollte es den ganzen Abend über immer wieder geben. Vom Senioren-Rock-Chor Heartchor mit seiner Version auf „Highway to Hell“ von AC/DC: „Wir sind noch lang nicht zu alt.“ Der Chor ist ziemlich genau so alt wie die Denkwerk-Stadt und sozusagen deren nachhaltigstes Projekt. Dann gab es Musik von den kurdischen Rappern Dr. Avow und Dara Lalo ebenso. Sie vertreten das Programm „Ankommen – Bilder unserer Nachbarn“. Und von Roland Helm mit Salvatore Adamos „In Shalam“. Es folgten der Paruaner Daniel Osorio und seine neueste Interpretation eines der bekanntesten und am häufigsten interpretierten Lieder der Welt: „La Paloma“. Wie auch Kai Sonnhalter mit seinem „Lied für Saarbrücken“ sind sie Teil des Denkwerk-Stadt-Projektes „Bürgerbühnen“, mit dem der Kaltenbachplatz zum Altstadtfest frischen Wind bekommen hat.

Und sogar einem bewegenden Film hat die Denkwerk-Stadt mit auf die Leinwand geholfen. „Be my Baby“ von Regisseurin Christina Schiewe. Es ist die Geschichte einer Jugendlichen mit Down-Syndrom, gespielt von Carina Kühne, die Liebe und Liebeskummer in allen Schattierungen wie ganz normale Gleichaltrige und doch ganz anders erlebt. Kühnes Meinung zu Inklusion und Integration lautete im Gespräch mit Hasso Müller-Knittau: „Wir wollen ganz einfach nur normal behandelt werden.“



Anderen Künsten haben sie sich auch gewidmet, etwa der Bildhauerei, wie auf Fotos aus dem Deutsch-Französischen Garten zu sehen war, wo das Bildhauer-Symposium stattgefunden hat. Werner Bärmann aus dem Vorstand der Denkwerk-Stadt und Forbachs Bürgermeister Laurent Kalinowski diskutierten dann mit Müller-Knittau. Und auch die Fachvorträge aus den Sinus-Studien, die die soziokulturelle Vielfalt einer Gesellschaft beschreiben, waren Thema.

Selbstverständlich gab es am Mittwochabend Gratulanten. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz sagte: „In der Denkwerk-Stadt habe viele Menschen zusammengefunden, die ein gutes Netzwerk bilden.“ Johanneskirchen-Pfarrer Herwig Hoffmann erklärte: „Nachdenken ist wichtig.“ Birgit Quien, Präsidentin der Denkwerk-Stadt, sagte: „Positive Energie und Kreativität sind hier in der Johanneskirche greifbar.“ Wichtigste Mitstreiter seien Vizepräsidentin Christina Pfeifer, Schatzmeister Dieter Braun und der Beisitzer für Kultur, Norbert Küntzer.