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Ausstellung
Tochter eines Nazi-Opfers besucht Schau im Rathaus

St. Johann. Im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Was damals Recht war – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht“ im Hauberrisser-Saal ist am Mittwoch, 24. Januar, 19 Uhr, der Historiker Professor Dr. Gerhard Paul mit einem Vortrag zu Gast. Er referiert im Rathausfestsaal über das Thema „Ungehorsame Soldaten. Dissens, Verweigerung und Widerstand saarländischer Soldaten im Zweiten Weltkrieg“. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

Die Ausstellung zeigt, wie Unrecht und Willkür den Alltag der Wehrmachtjustiz kennzeichneten und tausende Männer und Frauen, Soldaten und Zivilisten, der Unrechtsjustiz zum Opfer fielen. Sie verloren ihr Leben, gebrandmarkt als Deserteure, sogenannte Wehrkraftzersetzer oder Volksschädlinge. Eines dieser Opfer war der Saarländer Hugo Ruf. Wegen eines Vorfalls in seiner Einheit an der Ostfront, bei dem die jungen Soldaten betrunken auf ein Hitler-Bild schossen, wurde er mit zehn anderen Soldaten 1943 vom Reichskriegsgericht wegen Verrats und Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt. Eine Tafel der Ausstellung erinnert an ihn.



Die Tochter von Hugo Ruf, Ingrid Steffes, wird morgen, am Donnerstag, 25. Januar, zwischen 15 Uhr und 15.30 Uhr die Ausstellung im Hauberrisser Saal besuchen.

Die Ausstellung ist noch bis Freitag, 9. Februar, montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr im Rathaus St. Johann zu sehen.