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Thomas Morus
St. Thomas Morus feiert 50-jähriges Bestehen

Am übernächsten Wochenende feiert die Kirche St. Thomas Morus am Homburg ihr 50-jähriges Bestehen. Von links: Charlotte Pick, Heidrun Fleck und Pfarrer Eugen Vogt kennen ihre Kirche aus dem Effeff.
Am übernächsten Wochenende feiert die Kirche St. Thomas Morus am Homburg ihr 50-jähriges Bestehen. Von links: Charlotte Pick, Heidrun Fleck und Pfarrer Eugen Vogt kennen ihre Kirche aus dem Effeff.
 Saarbrücken. Sie war die erste Kirche mit diesem Namen im gesamten Bistum Trier: St. Thomas Morus am Homburg. Nun steht ein Jubiläum an. Von Heiko Lehmann

Die katholische Kirche St. Thomas Morus am Homburg in Saarbrücken ist anders als andere Kirchen. Bereits beim Betreten spürt man eine angenehme Ruhe, anders als der eher laute Hall in alten Kirchen. „Es ist faszinierend. Sogar auf Kinder hat diese Kirche eine beruhigende Wirkung. Das stellen wir immer wieder fest“, sagt Charlotte Pick, Mitglied des Verwaltungsrates der Kirchengemeinde.


Die Kirche hat ein modernes Zeltdach und an den Seitenwänden sind große Glasscheiben, sodass viel Licht in die Kirche strömen kann. Der Altar steht fast in der Mitte. „Bei uns sitzen die Menschen bei Gottesdiensten um den Altar herum. Dadurch entsteht ein besonderes Flair“, erklärt Eugen Vogt, der seit sieben Jahren der Pfarrer in der Kirche St. Thomas Morus ist. Es ist eine der jüngsten Kirchen der Landeshauptstadt. Am Samstag, 8. September, und Sonntag, 9. September, feiert die Kirchengemeinde und die Kirche ihr 50-jähriges Bestehen. Bereits im Jahr 1934 gab es die ersten Überlegungen zum Bau einer Kirche Am Homburg. Immer mehr Menschen zogen in den folgenden Jahren an den Homburg und ließen die katholische Gemeinde schließlich so groß werden, dass an einer neuen Kirche kein Weg mehr vorbeiführte.

Im Jahr 1968 wurde die neue Kirche St. Thomas Morus schließlich von Weihbischof Carl Schmidt aus Trier, dem früheren Pfarrer von St. Johann, eingeweiht. Bereits drei Jahre zuvor wurde der Name beschlossen. Heidrun Fleck war lange Jahre die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates und erinnert sich an den Bau und an die Namensgebung. „Die Menschen freuten sich damals richtig auf ihre neue Kirche. Es war klar, dass es eine moderne Kirche wird, also sollte sie auch einen modernen Namen haben“, erzählt Heidrun Fleck. Thomas Morus war ein englischer Lordkanzler, Jurist, Politiker, Ehemann und Familienvater. Er wurde 1478 in London geboren und schließlich als Märtyrer 1535 in London hingerichtet. Morus war für seinen Humor bekannt und soll den Henker bei seiner Hinrichtung noch darauf hingewiesen haben, dass dieser beim Zuschlagen mit dem Beil darauf achten soll, dass der Bart nicht beschädigt wird, da dieser ja schließlich keinen Hochverrat begangen habe. 1935 wurde Morus heiliggesprochen.



Die Kirche am Homburg war im Jahr 1968 die erste St. Thomas Morus Kirche im gesamten Bistum Trier. Neben der Kirche gehören ein Pfarrhaus, ein Pfarrheim und ein Kindergarten zu dem Gesamtensemble, das damals gebaut wurde. Es folgte Ende der 60er und Anfang der 70er ein regelrechter Boom. Immer mehr Menschen zogen an den Homburg. Auch die Kirchengemeinde wurde immer größer. Mittlerweile haben die Nachwuchssorgen aber auch den Homburg erreicht. 2005 wurde aus St. Thomas Morus, St. Elisabeth, St. Johann und St. Michael die neue Pfarrei St. Johann gegründet. In zwei Jahren plant das Bistum die nächste Neugründung. Dann soll aus 29 Kirchengemeinden die Pfarrei der Zukunft in Saarbrücken entstehen. Bis es soweit ist, wird am übernächsten Wochenende in St. Thomas Morus aber zunächst einmal das 50-Jährige gefeiert.