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Baumpaten
Mühlenviertel bekommt neue Bäume

Martin Erbelding, Karin Müller-Rolli, Nadine Kipper, Ursula Michel (von links) wollen das Saarbrücker Mühlenviertel schöner machen.
Martin Erbelding, Karin Müller-Rolli, Nadine Kipper, Ursula Michel (von links) wollen das Saarbrücker Mühlenviertel schöner machen. FOTO: Benedyczuk
SAARBRÜCKEN. Die Stadt Saarbrücken hat Robinien, Spitzahorn und Baumhasel entlang der Sulzbach- und der Mozartstraße gepflanzt. Von David Benedyczuk

Der Bagger ist angerollt. Vor der Kindertagesstätte „Mühlenviertel“ in der Saarbrücker Mozartstraße hat er einen großen Hügel frischer Erde auf dem Bürgersteig aufgeschüttet. Es ist der neue Nährboden für die Baumscheiben im Einzugsbereich des Stadtteils, der sich vom Beethovenplatz bis zum Fernbusbahnhof am Ende der Dudweilerstraße erstreckt.


Robinien, Spitzahorn und Baumhasel sind von der Stadt vor allem entlang der Sulzbach- und der Mozartstraße angepflanzt worden. Jetzt, mit Beginn der kalten Jahreszeit, ist das Grün an den Zweigen fast gänzlich gewichen. Doch spätestens nächsten Frühling sollen nicht nur die Blätter der Bäume wieder in sattem Grün erstrahlen. Auch um die Stämme herum soll sich den Anwohnern und Bürgern ein schönerer Anblick als der bisherige bieten, der teils von wahllos weggeworfenem Müll dominiert war.

Auch die Kinder der ansässigen Kita sind am Mittwochmorgen mit Feuereifer dabei, die vom Grünamt der Landeshauptstadt gestellten Blumenknollen und winterfesten Jungpflanzen einzupflanzen.



Nadine Kipper hat dem Ereignis schon entgegengefiebert: „Seit zwei Wochen bin ich total aufgeregt“, verrät die Quartiersmanagerin der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Pro Ehrenamt, auf deren Initiative das Projekt zurückgeht. Ausgangspunkt waren die im Oktober beim 3. Stadtforum des Städtebaubeirates gewonnenen Erkenntnisse, dass es dem Mühlenviertel unter anderem an Grünflächen mangele. Es entstand die Idee, mittels Baumpatenschaften eine Verbesserung zu erzielen. Die Resonanz sei sehr positiv, sagt Kipper. So konnten 15 neue Baumpaten gewonnen werden, die fortan die Pflege ihres jeweiligen Bereichs übernehmen. Über zehn Organisationen, Institutionen und Privatpersonen aus dem Viertel beteiligen sich. Eine Beschilderung der Bäume soll deren Engagement kenntlich machen. „Um einfach sehen zu können, dass sich hier verschiedenste Akteure engagieren. Gerade diese Vielfalt ist uns wichtig, um aus ihr heraus die Gemeinschaft insgesamt zu stärken“, erläutert Kipper.

„Es ist eine Gemeinschaftsaktion zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts im Viertel“, sagt Martin Erbelding, der zweite Vorsitzende von Pro Ehrenamt. Kipper sieht darin „ein besonders schönes Projekt, weil man es auf der Straße eben auch sehen kann – es fällt ins Auge.“ Auch als farbenfroher Appell, dass jeder sein Wohn- und Lebensumfeld mitgestalten und verschönern kann. Ursula Michel vom Grünamt hofft auf „einen Schneeballeffekt“. „Es fördert den Respekt der Menschen gegenüber ihrem direkten Umfeld. Soziale Kontrolle ist da ein wichtiger Punkt.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich viel bewegen lässt, wenn man nur mal anfängt.“ Ein Anfang ist seit gestern gemacht. Der Erdhaufen schrumpft  – während die Hoffnung auf viel Grün und mehr Gemeinschaft im Mühlenviertel bei den Anwesenden wächst. Für Karin Müller-Rolli, die Leiterin der Kita Mühlenviertel, ist die Teilnahme am Projekt selbstverständlich: „Wir sind ohnehin sehr aktiv, was Gartenarbeit angeht. Wir wollen nicht nur dazu beitragen, das Viertel schöner und attraktiver zu machen. Es ist auch ein Ansinnen, dass die Kinder ein Gespür für die Natur entwickeln.“ Die Kita hat drei Patenschaften übernommen.