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Ostschule hat zu wenig Platz für Ganztagsschüler

St Johann. Die Ostschule hat ein Platzproblem. Es sind für das Schuljahr 2015/2016 mehr Kinder für eine Ganztagsbetreuung gemeldet, als angenommen werden können. Deshalb war die Schule jetzt Thema im Bildungsausschuss. Doch eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Dörte Grabbert

Die Grundschule Saarbrücken Ost (Ostschule) platzt aus allen Nähten. 248 Kinder besuchen derzeit die Schule. Im kommenden Schuljehr werden es sogar 276 sein. Für den normalen Unterricht reichen die Räume aus, aber nicht mehr für die Nachmittagsbetreuung der Freiwilligen Ganztagsschule. Dafür war der Platz bisher schon recht eng.

180 Schüler nutzen derzeit das Angebot der Ganztagsbetreuung in der Ostschule. Aber um den Qualitätsstandard zu halten, darf die Schule ab dem Schuljahr 2015/16 nur noch 160 Kinder in der Nachmittagsbetreuung aufnehmen. Jetzt schlägt die Elternvertretung Alarm. "Zieht man die Schüler ab, die ab September an eine weiterführende Schule gehen, haben wir für die ersten Klassen nur 30 freie Ganztagsplätze", rechnet Bodil Albersdörfer, Elternsprecherin der Ostschule, vor. Doch bereits jetzt gibt es 56 Anmeldungen. Und es werden noch mehr werden. "Wir ersehen aus den Listen, dass etwa Geschwister von Kindern, die bereits in der Betreuung angemeldet sind, sich noch nicht schriftlich angemeldet haben", ergänzt Albersdörfer. Auch zeige die Erfahrung, dass vor den Sommerferien noch Anmeldungen eintrudeln werden, weil vielen Eltern nicht bewusst ist, dass der Platz nicht ausreicht. "Wir können die Eltern auch nicht an die Nachbarschulen im Stadtgebiet verweisen, weil die Kapazitäten auch erschöpft sind", ergänzt die Elternsprecherin. Tatsächlich sind die Betreuungsplätze an den Grundschulen in der Innenstadt fast alle belegt. Lediglich die Schule am Ordensgut und die Grundschule Dellengarten in Alt-Saarbrücken sowie die Dependance der Max-Ophüls-Schule am Homburg haben zum jetzigen Stand noch Platz.

Schule und Elternvertretung haben sich mit ihrem Anliegen an die Stadt Saarbrücken als Schulträger gewandt. Ein erstes Treffen mit der Stadt und dem Träger der Nachmittagsbetreuung, die Arbeiterwohlfahrt (Awo), gab es bereits im Dezember. Ergebnis: Die Schule stellt einen Antrag auf einen Erweiterungsbau. Die Stadt prüft, ob als Übergangslösung Container im Schulhof aufgestellt werden können. Kosten: rund 600 000 Euro. Außerdem bemüht sich die Stadt, dafür Geld aus dem neuen Förderprogramm "Bildung und Betreuung" des Landes zu bekommen. Aber: Das alles klappt nicht bis zum Ende der Sommerferien , wurde jetzt im Bildungsausschuss bekanntgegeben. Die Stadt rechnet damit, die Container erst im Schuljahr 2016/17 aufstellen zu können.

Die kurzfristige Lösung sieht Bernhard Teich, Leiter des städtischen Amtes für Kinder und Bildung, woanders. Die Awo werde demnächst zehn Kündigungen an Eltern aussprechen, die mit den Beiträgen für die Betreuung im Rückstand sind. Bodil Albersdörfer hält dagegen:. "Ein Teil der Eltern , denen gekündigt werden soll, wird zahlen."

Die Stadt schlägt außerdem vor, die Plätze nach einem Auswahlverfahren zu verteilen. Die Kriterien dafür wurden vom Land bereits geregelt. Vorrang haben demnach Kinder von Eltern , die berufstätig oder als arbeitssuchend gemeldet sind, sich in einer Berufsausbildung oder im Studium befinden oder Arbeitslosengeld II beziehen. "Es kommen aber nur drei bis vier Eltern in Frage, die den Platz nach den Kriterien nicht dringend benötigen", meint Elternvertreterin Albersdörfer. Dann bleibt nach Angaben von Robert Mertes, Sprecher der Stadt Saarbrücken, nur eine Alternative für Eltern , die dringend einen Betreuungsplatz brauchen: "eine Bewerbung bei einer Ganztagsgrundschule, die noch freie Plätze hat wie beim Dellengarten oder Füllengarten."

Bodil Albersdörfer will die Hoffnung für eine kurzfristige Lösung aber so schnell nicht aufgeben. "Wir werden weiter kämpfen."