Nachbarschaftsfest : Nur wenige Besucher kamen bei Regen in die Mainzer Straße

Für die Organisatoren des Nachbarschaftsfestes in Saarbrücken ist aber vor allem wichtig, dass das Viertel von den Bürgern wahrgenommen wird.

Das 19. Nachbarschaftsfest in der Mainzer Straße fiel am Samstag ins Wasser. Der Dauerregen lockte kaum Gäste an, und so hielt sich der Umsatz bei den 66 Standbetreibern in Grenzen. Mancher Besucher empfand den geringen Andrang aber durchaus als angenehm. „So hat man auch mal richtig viel Zeit, um sich mit den Leuten an den Ständen zu unterhalten. In den vergangenen Jahren ist man vor lauter Menschen kaum von Stand zu Stand gekommen“, sagte Marc Kärcher aus Sulzbach und nahm das Schmuddelwetter mit Humor.

Organisator des Festes war wie immer der Verein Quartier Mainzer Straße. Auch der Vorsitzende Stefan Kohl ließ sich vom Wetter die gute Laune nicht verderben: „Ja, jetzt regnet es eben einmal. Aber davon geht die Welt nicht unter. Es kommen dennoch Besucher, und das Wichtigste ist, dass wir mit unserem Quartier wahrgenommen werden.“

Bis vor wenigen Jahrzehnten zählten die Mainzer und die umliegenden Straßen nicht unbedingt zu den Gegenden in Saarbrücken, in denen man sich gerne aufhielt. Es gab viele Leerstände, wenige Geschäfte, und zudem war es abends auch noch richtig dunkel in den Straßen. Die Anwohner waren sich einig, dass es so nicht weitergehen kann, gründeten den Verein und krempelten die Ärmel hoch. „Die Mitglieder haben in den zurückliegenden Jahrzehnten bis heute für einen kompletten Imagewechsel gesorgt. Die Mainzer Straße ist wieder angesagt. Es gibt keine Leerstände mehr, und wir bekommen immer wieder Anfragen, wann wieder ein Laden frei wird“, erklärte Stefan Kohl.

Der Verein lädt zu Quartiersrundgängen und -dialogen ein. Bei den Hoffesten am 1. Mai können die Besucher Einblicke in die Hinterhöfe gewinnen, und an jedem ersten Samstag im September gibt es das Nachbarschaftsfest. Im kommenden Jahr soll die Baumbeleuchtung in der Straße erweitert werden. „Wenn du etwas erreichen willst, darfst du nicht warten, bis einer kommt und etwas macht. Du musst anpacken“, meint Kohl.

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