Musterbeispiele für Integration

Der Verein Courage gegen Fremdenhass stellt die Dörfer Badolato und Riace in Kalabrien vor. Beide nehmen schon seit den 90er Jahren Flüchtlinge auf – obwohl viele Bewohner dieser beiden Dörfer selbst arm und arbeitslos sind.

Noch bis 10. November ist im Hauberrisser Saal im Rathaus St. Johann die Ausstellung "Jenseits von Lampedusa - Willkommen in Kalabrien" zu sehen. Diese ist das zweite Projekt der Reihe "Topographien der Menschlichkeit" des Vereins Courage gegen Fremdenhass.

Eröffnet wurde die Ausstellung von Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, die vor allem Respekt und Wertschätzung für das Engagement des Vereins aussprach. Gelobt wurden auch die Flüchtlingshilfe und -integration in Saarbrücken. Die Einführung in das Thema und die anschließende Führung übernahm Anna Tüne vom Verein Courage gegen Fremdenhass.

In der Ausstellung geht es um zwei Dörfer in Kalabrien, die schon seit den 90er Jahren Flüchtlinge integrieren. Badolato und Riace heißen diese Orte, die selbst sehr von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen sind. Mit Bildern wird beispielsweise dokumentiert, wie Einwohner gemeinsam mit Flüchtlingen Wohnungen renovieren oder wie den Flüchtlingen Gärten oder Hühner ställe zur Verfügung gestellt werden, damit sie auf eigenen Beinen stehen können.

"Die Einwohner haben eine besondere Empathie für Flüchtlinge", wie es Anna Tüne beschrieb.

Auf insgesamt 22 Schautafeln (Panels) werden auch Momentaufnahmen von früheren Flüchtlingen, die auf dem Weg aus Bosnien nach Deutschland, oder aus dem früheren Nazideutschland in die USA waren, gezeigt.

So sollen die Besucher nicht vergessen, dass es schon immer überall Flüchtlinge gab. "Ich bin erstaunt, wie viel sich die Einwohner der Dörfer einsetzen, obwohl sie selbst kaum etwas haben, und der Bezug zu früheren Flüchtlingen ist sehr interessant", meint der Besucher Julian.

Der Verein Courage gegen Fremdenhass entstand aus 30 Jahren Schulprojekte über das Thema Immigration. Für das Projekt "Topographie der Menschlichkeit" unternahm er drei Recherchereisen. Er will zeigen, dass selbst in der ärmsten Gegend Italiens ein anderer Umgang mit der Flüchtlingsproblematik möglich ist.

Die Ausstellung können Bürger noch bis zum 10. November montags bis freitags von 12 bis 18 Uhr besuchen. Der Eintritt ist frei.

topographien

Fotos vom Leben in den kalabrischen Dörfern Badolato und Riace zeigen, wie eng Dorfbewohner und Flüchtlinge zusammenstehen.

dermenschlichkeit.de

Mehr von Saarbrücker Zeitung