Vintage und Techno : Wo hippe Mode auf junge Kunst trifft

Sarah de la Rosa verkauft in ihrem Laden „Tabula Rosa“ Vintage-Kleidung und unterstützt junge Designer und Kreative.

Hip. Modern. Und ziemlich bunt. Die Beschreibung trifft nicht nur auf den neuen Laden "Tabula Rosa" im Nauwieser Viertel zu, sondern auch auf die Inhaberin Sarah Hofmann alias Sarah de la Rosa. Seit April verkauft die 33-Jährige in ihrer Boutique Kleidung, Schmuck und Taschen aus aller Welt. Im Stil der 80er und 90er Jahre. Teils aus zweiter Hand, teils Neuware.

Die ersten zwei Monate liefen super, sagt de la Rosa. Sie habe zwar keine Vorerfahrung im Einzelhandel, keine Vergleichswerte, aber die Resonanz der Kunden sei positiv. Nach der Schule machte die gebürtige Blieskastelerin eine Ausbildung zur Werbekauffrau. Außerdem hat sie einen Bachelor in Medienmanagement. Zwei Semester studierte de la Rosa in Thailand.

Von dort bezieht sie auch einen kleinen Teil ihrer Neuware. Secondhand-Stücke verkauft die Unternehmerin auf Kommission - vorausgesetzt, die angebotenen Stücke passen zu ihrem Konzept.

Mit dem Modeladen hat sie sich einen Traum erfüllt. "Ich bin schon immer gerne auf Flohmärkte gegangen. Das ist eine richtige Liebe", sagt de la Rosa. Ihre Kunden sind zum Großteil junge Leute. Aber: "Nach oben gibt es keine Grenze", sagt sie. Eine ihrer treuesten Kundinnen ist 65 Jahre alt.

Die Idee, einen eigenen Laden aufzumachen, hatte sie zum ersten Mal vor etwa zehn Jahren: "Ein cooler Klamotten-Laden hat mir hier im Viertel einfach noch gefehlt". Als ein Freund sie dann vor einigen Monaten anrief und erzählte, dass Räume in der Försterstraße frei werden, griff sie zu. Auch wenn die Größe des Ladens nicht ihren Vorstellungen entsprach. "Eigentlich wollte ich drei Räume, in denen ich jeweils unterschiedliche Sachen anbieten kann", berichtet sie. Ein Café wollte sie in ihr Geschäft integrieren, in einem Raum Secondhand-Klamotten verkaufen, in einem anderen nur Neuware. In der Realität wurde daraus ein Verkaufsraum, in dem Neues und Altes gemeinsam an Garderobenstangen hängen. Auch damit ist de la Rosa zufrieden.

Doch die junge Unternehmerin will nicht einfach nur Kleidung verkaufen. Eine Sache liegt ihr neben Klamotten besonders am Herzen: die Förderung und Unterstützung junger Kreativer. Das "Tabula Rosa" soll eine Plattform für junge Designer und Künstler sein. Teile der Ladenfläche sollen künftig als Ausstellungsfläche genutzt werden können, die Wände will de la Rosa mit Zeichnungen und Fotografien regionaler Künstler schmücken. Außerdem soll im Schaufenster hin und wieder ein DJ-Pult stehen. Denn zu Musik, insbesondere zu elektronischer Musik, hat die Ladeninhaberin einen ganz besonderen Bezug. Seit zehn Jahren legt de la Rosa in Clubs und auf Festivals als DJane auf. In Saarbrücken zurzeit beispielsweise im Mauerpfeiffer und im Sektor Heimat am Osthafen. Außerdem ist sie eine der Gründerinnen des Saarbrücker Musiklabels Pickig. Ein weiteres Projekt, mit dem de la Rosa junge Künstler unterstützen möchte.