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Ausstellung
Kunstausstellung in der Johanneskirche

Noch bis zum 18. März zeigen elf Künstler in Saarbrücken Werke, die sich mit Martin Luther und der Reformation auseinandersetzen. Von Nicole Baronsky-Ottmann

Und wo viel Licht ist, ist auch Schatten. Zuerst sollte man das wörtlich nehmen, denn die Lichtverhältnisse in der Johanneskirche nachmittags im Winter sind nicht gerade optimal, um filigrane Details der Kunstwerke zu erkennen. Trotzdem hat man sich viel Mühe gegeben, um die Kunstwerke ins rechte Licht zu rücken. Bei dem Werk von Lydia Nüüd, die knallbunte, spiralförmig gehäkelte Netze aus dem Gewölbe der Kirche baumeln lässt, ist das bestens gelungen. Und die weiß leuchtende Schrift aus Neonröhren „God is a woman and she knows how to dance“ von Kristina Stoyanova braucht keine weitere Lichtquelle. Hier ist es aber eher die Aussage als die Machart, die als Kunstwerk zählt. Andere Arbeiten, ein großes, poppiges Gemälde mit der Aufschrift „Interesse“ von Claudia Kugler, die gelöcherten aufgestellten Holzplatten von Shila Khatami, die an die Wand gelehnten, bunten Platten samt Spiegelfolie von Christoph Dahlhausen oder aber die gedrechselte Kelch-Form „Shining“ von Elmar Hermann sind spannend anzuschauen.



Der Bezug zum Thema „Reformation – Transformation“ liegt hier im Auge des Betrachters. Dagegen lässt der mit Erde befüllte, aber nicht bepflanzte Trog von Christian Odzuck den Besucher eher ratlos zurück. Denn die in ausgelegten Fotokopien angekündigte Buche ist nicht zu sehen, und die Aussage, man solle diese Buche in weiteren 500 Jahren fällen, daher komplett unsinnig. Hier hätte eine aktuelle Erläuterung am Werk sicherlich geholfen.

Ganz anders dagegen die Licht-und Schatten-Harfe von Zipora Rafaelov und die zweiteilige Arbeit „Politics“ von Karl Manfred Rennertz, die dann auch an prominenter Stelle im Chor der Kirche zu finden sind. Das filigrane Licht- und Schattenspiel der Seiten und der daran befestigten, kleinen Figuren der weißen Harfe wirkt zart und grazil. Und in der Arbeit „Politics“ scheint ein großes, massives, dunkles Holzkreuz, das dreidimensional auf dem Boden liegt, aus dem zweidimensionalen Gemälde herausgeschnitten zu sein. Die beiden Teile des Kunstwerks fehlen und ergänzen sich gleichzeitig. Wer aber wissen will, was es mit dem leeren Holzkasten „Die Versuchung“ von Konstantinos Angelos Gavrias auf sich hat, der sollte am Sonntag, 4. Februar, an einer Führung teilnehmen.