Kopfschütteln an den Kassenautomaten

Arbeiten an den Rechnerprogrammen gehören zum Parkhaus-Alltag wie die Schranken. Doch jetzt hatten Kunden beim Bezahlen mit den unerwarteten Tücken einer Software-Erneuerung zu kämpfen.

Parkschein rein, EC-Karte, rein - fertig. Eben nicht. Nach dem Parken kein Kleingeld zur Hand? Macht nix. Dann hilft ja die Prepaid-Karte. Eben nicht. Nach solchen Erlebnissen wandten sich Q-Park-Kunden an das Stadtratsmitglied Alexander Keßler (CDU ). Er nennt das, was "sich Q-Park derzeit in Saarbrücken leistet", eine "Frechheit gegenüber seinen Kunden ". Für Keßler sind die Probleme mit den EC-Karten ein Unding. Zu unbrauchbaren Prepaid-Karten hat der Q-Park-Kritiker folgenden Vergleich: "Das ist so, als würde man an einer Telefonsäule nicht auf das Guthaben seiner Telefonkarte zugreifen können und müsste stattdessen zusätzlich Geld einwerfen, um telefonieren zu können."

Q-Park habe einen reibungslosen Zahlungsablauf sicherzustellen, sei aber seit Wochen nicht dazu in der Lage. Die Stadt solle umgehend den Parkbeirat einberufen. Dafür sei es höchste Zeit. "Der Beirat tagte zuletzt im Dezember 2013", sagt Keßler. Dabei hätten doch Tester 2014 bemängelt, dass "zumindest im Q-Park-Objekt Lampertshof die Stellplätze zu schmal sind".

Der Beirat wurde Stadtsprecher Robert Mertes zufolge 2011 gegründet, um Fragen zum Thema Parken zu besprechen. Darin seien neben Vertretern der Stadtverwaltung die Firma Q-Park sowie die Gesellschaft für Kommunalanlagen und Beratung Saarbrücken mbH (KBS), die Nachfolgerin der früheren Parkhausgesellschaft, vertreten. Der Beirat werde bei grundlegenden Fragen einberufen, sagt Mertes. Er sei daher nicht der richtige Kreis, um kurzfristige Angelegenheiten wie die aktuellen Zahlungsprobleme zu lösen.

Keßler aber geht es in den nächsten Sitzungen um mehr. Auch zu den Stellplatzbreiten müsse Q-Park dem Beirat Lösungen vorschlagen.

Gelöst hat Q-Park zumindest das Problem mit den EC- und Prepaid-Karten. "Deaktivierte Prepaidkarten wurden im Kundencenter am Beethovenplatz neu konfiguriert", seien also wieder nutzbar. Und die EC-Kartenzahlung klappe einwandfrei.

Das teilte am Montag aus Düsseldorf die "Sales & Marketing Referentin” des Unternehmens, Petra Ahrendt, mit. "Die Anlagen von Q-Park in Saarbrücken funktionieren." Dass dies vorübergehend nicht so war, begründet Ahrendt mit der Aktualisierung von Computerprogrammen.

Sie sei regelmäßig nötig, erhöhe die Sicherheit und diene dem Datenschutz . Das "Software-Update" hatte allerdings eine lästige Nebenwirkung. Petra Ahrendt: "Dabei waren an wenigen Tagen im März die EC-Kartenzahlung sowie die Nutzung von Prepaidkarten teilweise in einigen Objekten nicht möglich. Q-Park bedauert die daraus für Kunden resultierenden Unannehmlichkeiten." Die Zahl der Betroffenen lasse sich nicht ermitteln, ergänzte sie auf Nachfrage.

Und so einfach wie die Sache mit den Karten sei das mit den Stellflächen nicht. Bei deren Breite spielten das Baujahr des Parkhauses oder die Statik eine entscheidende Rolle, gibt Ahrendt zu bedenken. All das schränke den Spielraum von Q-Park als Parkraumbewirtschafter erheblich ein.