Im Otto-Hahn-Gymnasium Saarbrücken gab es ein Berufs-Speed-Dating

Berufswahl : Was tun nach dem Abitur?

Die Oberstufenschüler des Saarbrücker Otto-Hahn-Gymnasiums durften am Samstag bei einem „Berufs-Speed-Dating“ mitmachen.

Wenn der Gong ertönt, ist das „Date“ vorbei. Dann geht’s zum nächsten Tisch. Sechsmal hintereinander. Bis die Liste voll ist. Bis die Schüler alle Berufe durchhaben. Polizeioberkommissar, Erzieherin, Bankbetriebswirt, Data Scientist, Entwicklungsbiologe, Bildene Künstlerin. Die Palette ist bunt, die Besetzung üppig: 43 Saarländer aus allen möglichen Berufszweigen saßen an diesem Samstag in den Klassenräumen des Saarbrücker Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG), um angehenden Abiturienten Rede und Antwort zu stehen. Rund 160 Schüler aus Klasse elf und zwölf hatten sich im Vorfeld sechs Berufe ausgesucht. Für jeweils 15 Minuten Austausch. „Berufs-Speed-Dating“. Ein seltenes Format: nur alle zwei Jahre, jetzt zum vierten Mal. Ein freiwilliges Engagement, das Schule machen sollte, findet Oberstufenleiterin Christiane Koprek-Riemer: „Die Schüler profitieren sehr davon. Selbst wenn es nur darum geht, bestimmte Berufe für sich auszuschließen.“ Oder auch erste Kontakte zu knüpfen. Wie in Raum 109. Der Polizeibeamte Jan Poß sitzt in Uniform vor fünf Zuhörern und steigt damit ein, dass auch er nach dem Abi zunächst keinen blassen Schimmer hatte, was er machen sollte. Seine Berufskollegin Jessica Bitton zeigt auf dem Handy eine Gehaltstabelle. Beide sind in allen sechs Dating-Runden ausgebucht. So geht es auch Gerrit Bernstein. Er ist Schauspieler. Auch von ihm wollen die Schüler wissen: Was verdient man denn so am Theater? Kann man davon leben? Oder auch: Wie kommt man da rein? Was für ein Studium brauche ich? Weniger allgemein sind die Fragen an Nicolas Thewes. Ein Stockwerk höher sitzt der Datenanalyst allein an einem Tisch mit Schüler Meikel. Der will gleich wissen, ob das, was Thewes macht, „etwas mit Informatik zu tun hat“. Ja, hat es. Auch. Und dann erklärt der junge Mann, der 2006 selbst sein Abitur am OHG gemacht hatte, worum es im Kern geht. Er berichtet hinterher, dass die Schüler, die bei ihm waren, sehr spezifische Fragen hatten. Von maximal 30 Schülern kamen zu ihm nur sieben. Vielleicht sind es in zwei Jahren ein paar mehr. Dann heißt es am OHG wieder: Wenn der Gong ertönt, ist das „Date“ erst mal vorbei.