„Es ist Bürgerpflicht, die wir hier leisten“

Wählen geht schnell. Ganz anders als die Arbeit im Wahllokal: Dabei sind einen ganzen ruhigen Tag lang Geduld und Genauigkeit gefragt.

Der Wahlsonntag ist vorbei, und die 128 Saarbrücker Wahllokale sind wieder geschlossen. Wir haben die Wahlhelfer im Otto-Hahn-Gymnasium gefragt, warum sie sich in dieser Form für die Demokratie engagieren und damit die Landtagswahlen erst möglich machen. Wolfgang Engel ist schon seit über 20 Jahren Wahlhelfer. Nicht nur bei Landtagswahlen ist der 66-Jährige dabei, sondern auch bei Bundestags- oder Kommunalwahlen. "Früher habe ich im öffentlichen Dienst gearbeitet. Den Job als Wahlhelfer mache ich aber aus reinem Spaß an der Freude. Denn auch als Rentner mache ich die Arbeit immer noch gerne", sagt Engel.

Mit insgesamt 865 Wahlberechtigten im Einzugsgebiet kann schon ganz schön was los sein im Wahllokal, deshalb werden die Wahlhelfer in zwei Schichten eingeteilt.

"Unsere Schicht geht von sieben Uhr bis 12.30 Uhr. Danach werden wir abgelöst", erklärt Wolfgang Engel, "zur Auszählung am Abend sind dann aber wieder alle Wahlhelfer vor Ort." Langweilig wird es ihm dabei aber nicht: "Wir haben Spaß an der Arbeit und immer was zu lachen", sagt Engel.

Auch Christian Bersin, Leiter des Wahllokals, ist schon seit mehr als 20 Jahren dabei. Angefangen hat er als Wahlhelfer, und vor etwa zwölf Jahren übernahm er den Posten des Wahlleiters. "Ich war schon immer politisch interessiert und aktiv, und da ich zusätzlich in der Stadtverwaltung tätig bin, unterstütze ich gern die saarländischen Wahlen", erklärt der 50-Jährige. Die Anzahl derer, die zum Wählen kamen, wird dokumentiert und muss am Ende des Tages mit der Anzahl der abgegebenen Stimmzettel übereinstimmen.

Das Führen des Wählerverzeichnisses ist Aufgabe von Edmund Raubuch, dem Schriftführer im Wahllokal. Auch er ist seit mehr als 20 Jahren Wahlhelfer und nimmt seine Aufgabe sehr ernst. "Es ist eine Bürgerpflicht, die wir hier leisten. Keiner hat die Pflicht zu wählen, aber jeder hat die Pflicht zum Helfen", erklärt Raubuch, "als Schriftführer kontrolliere ich die Abgaben und die Namen sehr genau, denn wenn die Zahlen am Ende nicht übereinstimmen, sitzen wir bis morgen früh beim Auszählen."

Die Auszählung der Landtagswahlen gehe jedoch relativ schnell. Meist seien die Helfer nach einer halben Stunde mit dem Zählen durch.

Etwa 100 Wähler hatten bis Mittag ihre Stimmen abgegeben. Die Wähler zu zählen, war die Aufgabe von Penka Mancheva. Die 61-Jährige ist seit vier Jahren Wahlhelferin. Wahlhelfer sind jedoch nicht nur politisch Aktive. "Jeder kann Wahlhelfer werden, die einzige Voraussetzung ist die Vereidigung", erklärt Bersin.