Gürzenich-Quartett begeistert in alter Kirche: Ein Bonbon für Freunde der Kammermusik

Gürzenich-Quartett begeistert in alter Kirche : Ein Bonbon für Freunde der Kammermusik

Das Gürzenich-Quartett begeistert bei Konzert in der alten evangelischen Kirche in St. Johann.

Es war erdrückend heiß im Konzertsaal der alten evangelischen Kirche in Saarbrücken-St. Johann. Trotzdem waren die etwa 150 Plätze fast alle besetzt. Denn wenn das traditionsreiche Gürzenich-Quartett aufspielt, nimmt man so etwas gerne in Kauf. Der Verein Saarbrücker Kammerkonzerte hatte das aus der Mitte des Kölner Symphonie-Orchesters hervorgegangene Streichquartett in die Landeshauptstadt eingeladen - und bot damit Freunden der Kammermusik ein besonderes Bonbon.  Denn es ist beeindruckend, mit wie vielen Preisen die vier Musiker dekoriert sind. Torsten Janicke (Violine), Rose Kaufmann (Violine), Mechthild Sommer (Viola) und Joachim Griesheimer (Violoncello) haben national wie international Wettbewerbe gewonnen.

Die Musiker auf der kargen Bühne in der Kirche - neben den Instrumenten und Mikrofonen schmückte diese lediglich noch ein Strauß Blumen – ließen die Besucher zum Auftakt des Konzerts in den Genuss von Engelbert Humperdincks ‚Allegro für Streichquartett c-Moll op. 38‘ kommen. An- und abschwellend erhob sich die Musik, meisterhaft korrespondierten die Musiker miteinander. Und das sensible Spiel ihres Konzertmeisters Janicke war in allen Stimmungen in vollem Einklang mit den Mitspielern. Auch den Musikern war die Freude an der Musik anzusehen.

Im drauf folgenden „Streichquartett g-Moll op. 10“ von Claude Debussy konnte das Gürzenich-Quartett mit einer großen Wandlungsfähigkeit im Klang und drängender Intensität bei zügigen Tempi beeindrucken. In dem bisweilen hektischen und dramatischen Stück wurden die Streichinstrumente oftmals gezupft. Dabei war das Zusammenspiel zu jedem Zeitpunkt homogen und klanglich nahezu perfekt.

Nach einer Pause spielte das Streichquartett noch das mehr als halbstündige „Klavierquintett Nr. 2 in c-Moll op. 115“ von Gabriel Fauré. Begleitet wurden es hierbei von Wolfram Schmitt-Leonardy, einer der führendenden deutscher Pianisten sowie Professor für Klavier an der Hochschule für Musik und Theater München. Doch zu Beginn fand sich das Klavier noch nicht in den Klang der Streicher ein. Erst im Verlauf der Komposition schafften es die Musiker die zuvor demonstrierte Perfektion und Harmonie wiederherzustellen – und das Gürzenich-Quartett sowie Schmitt-Leonardy wurden am Ende vom Publikum in der evangelischen Kirche verdient mit lange anhaltendem Applaus verabschiedet.

Mehr von Saarbrücker Zeitung