Drei Damen begleiten die Intendantin zu neuen Aufgaben

Auch Sabine Mader, Bühnenbildnerin, Inge Medert, Kostümbildnerin und Alexandra Holtsch, Musikerin, sagen dem Staatstheater adieu

So sehr sich die Mitarbeiter des Saarländischen Staatstheaters immer auf Premieren freuen, bei der Erstaufführung von "Othello" war das am letzten Samstag etwas anders. Denn für einige Mitarbeiter war die Premiere auch ein Abschied. Wenn Dagmar Schlingmann Saarbrücken verlässt, wird sie ihre engsten und längsten Mitarbeiter mitnehmen. Dazu gehören Sabine Mader, Bühnenbildnerin, Inge Medert, Kostümbildnerin und Alexandra Holtsch, Musikerin. "Wir lieben die Herausforderung", sagt Inge Medert dazu und lacht. "Außerdem kennen wir das schon. Denn wir sind schon Dagmar Schlingmann von Linz nach Konstanz, von Konstanz nach Saarbrücken und nun eben von Saarbrücken nach Braunschweig gefolgt", erklärt Alexandra Holtsch. Tatsächlich arbeiten die drei kreativen Frauen schon seit über zwanzig Jahren mit Dagmar Schlingmann zusammen, auch schon bevor sie Intendantin in Saarbrücken wurde. Und da alle drei freischaffende, selbständige Künstlerinnen sind, konnten und wollten sie ihr immer folgen. "Meine erste Inszenierung mit Dagmar Schlingmann in Saarbrücken war "Baal" in der Alten Feuerwache im Jahr 1997. Wir hatten ein überdimensioniertes Bühnenbild. Und damit am Ende des Stücks der Schauspieler aus dem Fenster springen konnte, wurde speziell dafür ein Gerüst aufgebaut", erinnert sich Sabine Mader.

"Ich habe im Jahr 1992 in Köln ein Stück von Dagmar gesehen und war so begeistert, dass ich sie kennenlernen wollte", erzählt Alexandra Holtsch. Ein Jahr später kam es dann bereits zu der ersten Zusammenarbeit. Und Inge Medert hat schon 1994 in Konstanz zum ersten Mal mit ihr gearbeitet. "Das waren die Kostüme zu "Kabale und Liebe", erinnert sie sich. Dass die drei schon so lange mit Dagmar Schlingmann zusammenarbeiten, hat seine Gründe. "Zuerst ist da viel Vertrauen. Das ist die Grundlage. Und dann sprechen wir die gleiche künstlerische Sprache", sagt Inge Medert. Sabine Mader fügt hinzu: "Es hat sich bewährt. Und trotzdem haben wir immer neue Inspirationen."

Und Alexandra Holtsch sagt, was ihr sehr wichtig sei: "Dagmar hat uns die Verantwortung für unsere Bereiche übergeben." Daher freuen sie sich auch, dass es in Braunschweig weitergeht, und dass sie ein Team bleiben. Denn in all den Jahren sind Sabine Mader, Inge Medert und Alexandra Holtsch auch gute Freundinnen geworden. Sie scherzen und lachen miteinander, man merkt, dass sie sich auch privat gut verstehen. Und sie haben auch schon zusammen in Saarbrücken gewohnt, allerdings nur zeitweise. Denn Alexandra Holtsch ist verheiratet und lebt in Berlin, Sabine Mader wohnt mit Mann und Kind ebenfalls in Berlin und Inge Medert lebt mit ihrem Mann in Darmstadt. "Ich habe aber schon daran gedacht, dass ich für die Premiere das letzte Mal nach Saarbrücken fahre", sagt Sabine Mader und seufzt. Denn ein bisschen Abschiedsschmerz haben sie doch. "Wir kennen die Techniker, die Bühnenmeister, die Mitarbeiter der Werkstätten nun schon zwanzig Jahre. Und wir haben immer gut zusammengearbeitet, da ist etwas gewachsen. Und wir konnten uns immer auf alle total verlassen", erzählt Sabine Mader. "Die Zuschauer hier sind begeisterungsfähig. Sie lassen sich gerne auf neue Dinge ein", ergänzt Inge Medert. Und Alexandra Holtsch meint: "Die Saarländer sind ein gut gelauntes, fröhliches Volk." Und so steht für die drei auch fest, dass sie wiederkommen wollen, und das nicht nur zum großen Abschiedsfest. "Wir wissen ja nie, wann und wo es noch überall hingeht. Und ob wir nicht doch nochmal in Saarbrücken arbeiten", sagt Sabine Mader und lacht. Und Alexandra Holtsch fügt verschmitzt hinzu: "Man soll nie nie sagen."

"Othello" von William Shakespeare: Inszenierung Dagmar Schlingmann, Bühnenbild Sabine Mader, Kostüme Inge Medert, Musik Alexandra Holtsch. Nächste Termine sind Samstag, 1. April, 19.30 Uhr, Einführung 30 Minuten vor Beginn und mit Publikumsgespräch im Anschluss. Dienstag, 4. April, und Sonntag, 9. April.www.staatstheater.saarland