Die Nauwies feiert weiter

Der Rockstar-Verein macht eine Rolle rückwärts und will das Fest nun doch retten.

Das Nauwieser Fest ist tot. Als der Rockstar e.V., der das Fest 15 Jahre lang organisiert hat, das Anfang des Monats per Pressemitteilung verkündete, schüttelten viele derjenigen, die sich in Saarbrücken in der Festszene auskennen, den Kopf. Bereits im Jahr zuvor hatten die Männer vom Rockstar-Verein zunächst über eine Finanzierungslücke geklagt und angekündigt, dass das Fest deshalb womöglich ausfällt. Die Warnung kam an, es fanden sich weitere Geldgeber - alles war gut.

So werde es auch diesmal sein, hieß es hinter den Kulissen. Und wenn es der Rockstar-Verein nicht macht, dann gebe es genug andere kreative Köpfe, die das Fest unter neuer Regie weiterführen können. Nach SZ-Informationen haben unter anderem die Macher der Feste im Osthafen Interesse signalisiert. Aber auch Leute aus dem Nauwieser Viertel selbst haben sich nach der Pressemitteilung des Rockstar e.V. bei der Stadtverwaltung mit neuen Ideen fürs Fest gemeldet.

Diese Woche wollte Christine Baran, die in der Stadtverwaltung unter anderem für das Saar-Spektakel zuständig ist, all diese Interessenten an einem Runden Tisch zusammenbringen und über die Zukunft des Nauwieser Festes reden. Die Rolle der Stadt sollte eine moderierende und helfende sein. Dass die Stadt das Fest selbst organisiert, sei von Anfang an ausgeschlossen gewesen. Dazu habe die Stadt kein Personal und kein Geld.

Aber die Gruppe der Interessenten sei vielversprechend. Es habe sich abgezeichnet, dass das Fest neu durchstarten kann, wenn es gelingt, all diese Idee zu bündeln und all die engagierten Menschen zusammenzubringen, sagt Baran.

Den Runden Tisch hat sie allerdings dann doch abgesagt. Grund: Die bisherigen Fest-Macher haben sich gemeldet und signalisiert, dass sie das Fest doch weiter organisieren - wenn sie Hilfe bekommen. Alle Interessenten werden daher nun an den Verein verwiesen, sagt Baran. Bis Ende März haben die bisherigen Veranstalter nun Zeit, sich endgültig zu entscheiden, ob sie es weitermachen oder abgeben oder weitere Partner ins Boot nehmen.

Diesesmal ging es allerdings nicht nur ums Geld. Nach SZ-Informationen ging es auch darum, dass Sicherheitsbestimmungen - insbesondere nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin - immer aufwendiger wurden. Das alles sei für Ehrenamtler nicht zu machen. Das Risiko zu tragen, könne man von einem kleinen Verein und seinen wenigen Aktiven nicht verlangen, argumentierte der Rockstar-Verein.

Sie könne eine solche Argumentation gut verstehen, sagt Christine Baran. Früher sei es zum Beispiel so gewesen, "dass man einfach selbst eine Bühne aufgebaut und Lautsprecher aufgehängt hat". Heute brauche man dafür Spezialisten, die in der Lage sind, alle Sicherheitsvorschriften zu beachten.

Aber das Nauwieser Fest bleibe eine private Veranstaltung, für die diejenigen, die es betreiben, auch die Verantwortung tragen - finanziell wie organisatorisch. Sie stehe helfend zur Seite, verspricht Baran, aber sie könne den Veranstaltern diese Verantwortung nicht abnehmen. Zumal sie im Sommer selbst ausgelastet ist mit der Organisation des Saar-Spektakels, das eine städtische Veranstaltung und mit über 300 000 Besuchern das größte Fest im Saarland ist.

Nachdem der Rockstar-Verein das Ende des Festes mitgeteilt hatte, gab es nach SZ-Informationen nicht nur Meldungen von Leuten, die das Fest übernehmen wollen. Es haben sich auch Leute gemeldet, die den Vereinsaktiven helfen wollen, das Fest so zu erhalten, wie es 15 Jahre lang war.

Zum Thema:

Diese Veranstaltungen sind bereits festgelegt: Altstadtfest: 23. bis 25. Juni. Saar-Spektakel: 4. bis 6. August Zoofest: 18. Juni Street-Food-Festival im Bürgerpark: 21. bis 23. Juli Hoffeste in der Mainzer Straße: 1. Mai Maifest/Kirmes auf den Saarterrassen in Burbach: 29. April bis 15. Mai Saisoneröffnung und Oster-Überraschung im Deutsch-Französischen Garten: 29. April Oktoberfest auf den Saarterrassen in Burbach: 29. September bis 9. Oktober