Auf den Spuren von Eduard Zuckmayer

Im Kino achteinhalb ist ein Dokumentarfilm über den älteren Bruder von Carl Zuckmayer zu sehen.

Zum 100. Abend der Reihe "Filmwerkstatt" kommen die Regisseurin Barbara Trottnow und der Bildgestalter Jonas Trottnow am 8. Juni um 20 Uhr ins Kino achteinhalb. Barbara Trottnow zeigt ihren Dokumentarfilm "Eduard Zuckmayer -Ein Musiker in der Türkei". Barbara Trottnow realisiert vorwiegend Dokumentarfilme, bei denen sie auch Autorin und Regisseurin ist. Dabei arbeitet sie stets mit erfahrenen Kameraleuten und Cuttern zusammen. Nach dem Studium der Sozialwissenschaften an der Universität Göttingen und einem Volontariat beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt arbeitete Barbara Trottnow zunächst als Redakteurin für den HR und als Autorin für das ZDF und den NDR. Später machte sie sich als Produzentin selbstständig.

Schwerpunkt ihrer Arbeit war in den letzten Jahren das Thema Migration. Drehort für viele ihrer Filme ist die Türkei. Für ihren neuesten Film "Eduard Zuckmayer - Ein Musiker in der Türkei" drehte sie in Ankara, aber auch in Mainz und Nackenheim. Eduard Zuckmayer emigrierte 1936 in die Türkei, weil die Nazis ihm Berufsverbot erteilt hatten. Auf Wunsch von Atatürk baute er in Ankara die Musikausbildung auf. Er blieb bis zu seinem Tod 1972 und ist in der Türkei noch heute ein bekannter und geschätzter Mann. Der Film sucht nach den Spuren, die er dort hinterlassen hat. Geboren wurde Eduard Zuckmayer 1890 in Nackenheim bei Mainz, er ist der ältere Bruder des Schriftstellers Carl Zuckmayer. Sein musikalisches Talent wurde bereits in Kindertagen deutlich. Er begann eine erfolgreiche Karriere als Pianist, verlagerte aber schon in Deutschland seinen Schwerpunkt auf die Musikpädagogik. In der Türkei weckte er das Interesse an klassischer, westlicher Musik, legte aber auch viel Wert darauf, Musik allen Teilen der Bevölkerung zugänglich zu machen. Er übersetzte deutsche Volkslieder ins Türkische und arrangierte türkische Stücke mehrstimmig. In Ankara leben noch ehemalige Studenten von ihm, die erzählen, wie er sie gefördert hat, aber auch wie er gelebt hat. Im Mittelpunkt des Films aber stehen Musikprojekte, die weiter in der Tradition von Eduard Zuckmayer arbeiten.