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Ärzte und die Verbrechen an Kindern in der NS-Zeit

St Johann. Am 27. Januar erinnert der Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust und an alle Opfer des Naziterrors. Die Verbrechen an Kindern, von Ärzten in der NS-Zeit begangen, wurden dabei lange totgeschwiegen. Eine neue Ausstellung im Hauberrisser Saal im Rathaus St. Johann nimmt sich dieses Themas an. red

Heute um 18. 30 Uhr eröffnet Oberbürgermeisterin Charlotte Britz die Wanderausstellung "Im Gedenken der Kinder. Die Kinderärzte und die Verbrechen an Kindern in der NS-Zeit" im Hauberrisser Saal im Rathaus St. Johann . Die Ausstellung belegt in Fotos und Dokumenten die systematische Ermordung von (behinderten) Kindern im Rahmen der Vernichtung "lebensunwerten Lebens" durch die zentrale NS-"Euthanasie". Zu sehen sind 30 großformatige Bild- und Texttafeln, ergänzt durch eine Medienstation, eine interaktive Karte, originale Sequenzen eines Propagandafilmes und eine Hörstation mit Briefen von Opfern und Tätern.


Die Ausstellung hat die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin initiiert und in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Historischen Kommission und dem Institut für Medizingeschichte der Charité Berlin erstellt. Dr. Thomas Beddies von der Charité führt bei der Eröffnung in das Thema ein.

Das Begleitprogramm wird in fünf Vorträgen aufzeigen, dass Kinder heute noch besondern unter Benachteiligung, Verfolgung und Entwurzelung zu leiden haben. Unter dem Titel "Verlorene Kindheit" hat der Saarbrücker Jugendpsychiater Dr. Bernd P. Laufs die Reihe zusammengestellt, die sich des Themas aus unterschiedlicher Perspektive nähert und Beispiele aus der regionalen Geschichte einbezieht.



Am Dienstag, 31. Januar, 18.30 Uhr, referiert Dr. Gisela Tascher aus Heusweiler über "Zwangssterilisation der Rheinlandbastarde 1937". Das Schicksal Jugendlicher aus der Nervenklinik Merzig stellt Lehrerin Ann-Katrin Engels gemeinsam mit ehemaligen Schülern des Gymnasiums am Stefansberg in Merzig am Dienstag, 14. Februar, um 18.30 Uhr vor. "Gesundheitliche Beeinträchtigungen von Kindern in Deutschland durch Armut und Ausgrenzung" ist Thema von Prof. Jens Möller, Chefarzt der Kinderklinik am Klinikum Saarbrücken , am Dienstag, 7. März, 18.30 Uhr. Der Titel des Vortrags des Sozialpädagogen und Buchautors Reiner Engelmann am Dienstag, 21. März, 18.30 Uhr, lautet "Kinderarbeit - des einen Freud - des anderen Leid". Und um die seelischen Folgen traumatischer Kindheitserlebnisse geht es am Dienstag, 4. April, um 18.30 Uhr. Es referiert Dr. Alf Gerlach, Psychoanalytiker aus Saarbrücken.

Besucher können sich die Ausstellung bis 3. Februar, montags bis freitags von 12 bis 18 Uhr anschauen. Der Eintritt ist frei.

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