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Nachbarschaftsfest: St. Arnualer stellen große Kennenlernparty auf die Beine

Nachbarschaftsfest : St. Arnualer stellen große Kennenlernparty auf die Beine

Kontaktfreudige Bewohner des Viertels am Schenkelberg brachten Menschen miteinander ins Gespräch, die sich sonst nur auf der Straße begegnen.

Ohne Tamtam, dafür umso familiärer feierten am Samstag die Bewohner des St. Arnualer Quartiers am Schenkelberg ihr Nachbarschaftsfest auf dem Gelände der ehemaligen Rot-Kreuz-Klinik. Dort ist ja inzwischen das Landesamt für zentrale Dienste. Stefan Seel, Organisator des Treffens, berichtete, wie es dazu kam. Anonym in einer Straße zu wohnen ist nicht sein Ding. „Nachbarn, die Hunde haben, kennen sich. Paare, die Kinder haben, auch.“ Schließlich treffen sich Hundehalter beim Gassigehen, begegnen Eltern sich an den Kindergärten und in den Schulen.

Was aber ist mit all den anderen Nachbarn? Seel: „Deshalb wollten wir allen Bewohnern des Schenkelbergs Gelegenheit bieten, sich kennenzulernen.“ Unbeschwert tobten die Kinder auf einem Teil des Geländes. Sie kickten oder fuhren mit Rollern und Fahrrädern umher. Die Erwachsenen plauschten derweil im Schatten der Bäume, unter den Dächern der Partyzelte oder mitten auf der Weide in der lauen Abendsonne.

Nun sind sie nicht mehr nur Leute, die sich möglicherweise auf der Straße begegnen und kurz grüßen. Jetzt sind sie tatsächlich Nachbarn. Damit es soweit kommen konnte, hatte sich jeder ein einfaches Namensschild gebastelt. Name, Straße, Hausnummer draufgeschrieben und fertig. Das genügte, zumal sich viele schon von der Vorjahrespremiere kannten. Seel und das etwa 15 Personen umfassende Aufbauteam hatten die Voraussetzungen geschaffen, Zeltpavillons und Heizpilze aufgebaut, einen Getränkestand und eine Essensausgabe eingerichtet. Sitzbänke waren aufgestellt, die Tische lediglich mit weißen Papiertüchern bezogen.

Jetzt war es an den Gästen, sich an den Tischen einzurichten. Manche begnügten sich mit Papptellern und Plastikbechern, andere deckten festlich ein, stellten sogar Kerzenständer neben das Geschirr. „Jeder so, wie er es mag.“ Während das Orga-Team die meisten Getränke beschafft hatte, brachte jeder Gast sein Essen mit. Für einen Grill, auf dem die Leckereien landen konnten, hatten die Planer dieses Nachbarschaftsfestes gesorgt.

Rund 400 Einladungen seien rausgegangen. Welche die Seel-Kinder selbst verteilt hatten. Während Frida noch zu klein dafür ist, haben ihre Brüder Frederic und Philipp dies gemeinsam erledigt. 110 Gäste hätten sich für das Nachbarschaftsfest angemeldet.

Das Ganze ist nur möglich mit viel Engagement. Seel: „Jeder übernimmt einmal einen Dienst, etwa am Getränkestand, außerdem steht eine Sammeldose bereit.“ Das Gelände samt Stromanschluss stellte das Landesamt zur Verfügung, für das Dixieklo mussten die Veranstalter selber sorgen. Die Kosten wurden wie alle anderen Ausgaben gemeinsam bewältigt.