Schau über die Geschichte der Kettenfabrik

Pläne, Karten, Bauanträge und Eigentümerlisten hat der Heimatverein zusammengetragen, um im Heimatmuseum St. Arnual zu erklären, wie die Ex-Kettenfabrik in der Augustinerstraße wurde, was sie heute ist.

Es muss für die aktiven Mitglieder des Heimatvereins St. Arnual viel Arbeit gewesen sein, die aktuelle Ausstellung im Heimatmuseum vorzubereiten. Denn um die Entwicklung des Geländes der ehemaligen Kettenfabrik in der Augustinerstraße zeigen zu können, recherchierten die Mitglieder des Vereins über Wochen in den verschiedenen Archiven von Saarbrücken.

"Besonders im Stadtarchiv sind wir fündig geworden. Dort wurde unsere Suche auch sehr unterstützt", erzählt Gerhard Wagner, Organisationsleiter des Heimatvereins. Dabei herausgekommen ist eine Ausstellung von akribisch recherchierten Plänen, Karten, Bauanträgen und Eigentümerlisten, die der Heimatverein aktuell im Heimatmuseum St. Arnual zeigt.

Die Idee, die Entwicklung des Geländes der ehemaligen Kettenfabrik in der Augustinerstraße aufzuzeigen, stammt von Wolfgang Steffen. Er ist seit 40 Jahren Mitbesitzer und Bewohner der früheren Fabrik und brachte gerade eine Broschüre über das Wohnprojekt heraus.

Der Heimatverein hat sich dagegen mit alten Plänen dem Thema genähert. Allerdings wurden die Pläne nicht nur kopiert und ausgestellt, sondern die Mitglieder des Vereins haben sie für die Zwecke der Ausstellung beschriftet, gekennzeichnet und markiert.

So lässt sich die Entwicklung des Anwesens der ehemaligen Kettenfabrik genau nachvollziehen. Am Anfang steht eine alte Flurkarte von 1762. "Da ließ sich aber nicht mehr alles zuordnen, das mussten wir über die Parzellen machen", erklärt Ulrike Stein, erste Vorsitzende des Vereins. Aber bereits auf dieser Karte sind die Gebäude der späteren Kettenfabrik in den Grundrissen zu sehen.

Auf dem Plan von 1840 erkennt man, dass die damaligen Eigentümer, die Gebrüder Quien, dort eine Gerberei betrieben. Erst die Karte von 1892 nennt den neuen Besitzer Jonas Schmidt, der die Kettenfabrik installierte. Deren spätere Besitzer, sowie die baulichen Veränderungen kann man anhand von weiteren Karten, Fotos und Bauanträgen nachvollziehen.

Die aufwendig recherchierte Ausstellung wird von historischen Postkarten, Luftbildaufnahmen oder auch Auszügen aus einem Katalog der Ketten und Schrauben ergänzt.

Wer sich dafür interessiert, sollte sich die Pläne dringend von den Aktiven des Heimatvereins erklären lassen. Dann werden dem Besucher auch weitere Überraschungen auf den Karten gezeigt, wie die Lage der Stiftsscheune, der alten Mühlen oder des alten Pfarrhauses.

Zum Thema:

Briefkopf der Kettenfabrik. Foto: Heimatverein St. Arnual Foto: Heimatverein St. Arnual

Auf einen Blick "Die Entwicklung der Nieten- und Kettenfabrik in St. Arnual von den Ursprüngen 1820 bis 1972" - so heißt die Ausstellung des Heimatvereins St. Arnual , Augustinerstraße 7, 66119 Saarbrücken. Sie ist geöffnet am Sonntag, 17.07., 24.07., 31.07., 04.09., 11.09., sowie am 18.09. jeweils von 15 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung. nba