Magisches Fest im Überzwerg

Das Überzwerg macht nicht nur Theater für Kinder und Jugendliche, sondern auch mit ihnen. Deshalb trat beim Hoffest der Jugendclub auf und auch ein junger Zauberkünstler. Gleichzeitig stellte das Theater den neuen Spielplan vor.

Der 14-jährige Zauberer Henri Hainz lässt im Hof des Theaters Überzwerg Tücher und andere Dinge verschwinden. Im Halbkreis sitzen Kinder um ihn herum und blicken wie gebannt auf seine Hand. Die zaubert inzwischen schon einen Fünf-Euro-Schein aus dem Inneren einer Orange hervor. "Wir machen nicht nur Theater für Kinder und Jugendliche, sondern auch mit ihnen", erklärt Dramaturg Christoph Dewes das Prinzip des Kinder- und Jugendtheaters.

Und das trifft auch auf Henri zu: Der 14-Jährige war vor zwei Jahren als Zuschauer hier, als er in der Pause mit ein paar Spielkarten seine Zauberfähigkeiten zum Besten gab. "Ich wurde dann gefragt, ob ich mal hier auftreten will. Und weil es im letzten Jahr so gut angekommen ist, bin ich diesmal wieder auf dem Fest dabei", erzählt Henri. Ähnlich ging es den Mitgliedern des Überzwerg-Jugendclubs, die im Haus ihr selbst entwickeltes Theaterstück präsentieren. Vor dem Eingang wuseln mehrere Dutzend Kinder herum, einige davon sind verkleidet, andere bemalen mit Straßenkreide den Boden. Es ist also für jeden was dabei. "Aber der Zauberer hat mir am besten gefallen", sagt die fünfjährige Julia, die mit ihrer Mutter hier ist.

Die interessiert sich indes mehr für die Vorstellung des neuen Spielplans. "Zu sagen, das Programm sei politisch, wäre übertrieben. Aber es hat viel mit unserer Zeit zu tun", berichtet Christoph Dewes. Was für Erwachsene von Bedeutung sei, das beschäftige auch Kinder, meint er. "Theater bietet die Möglichkeit, diese Themen spielerisch aufzuarbeiten", sagt Dewes. Und so gibt die szenische Lesung aus "Du und Ich" im Theaterraum einen Vorgeschmack auf die neue Spielzeit. In dem Stück Ingeborg von Zadows geht es um zwei ungleiche Freundinnen, die eine zuversichtlich, die andere so ängstlich, dass sie sich zu Hause einmauern will. Ihre Freundschaft stellt das zunächst auf eine harte Probe, doch schließlich finden sie trotz aller Unterschiede einen gemeinsamen Weg.

Beeindruckt kommen die Zuhörer aus der Lesung. Dewes schätzt, dass rund 300 Gäste das Fest besucht haben: "So viel Publikum ist immer eine gute Gelegenheit, den Leuten zu zeigen, dass wir ein Verein sind, in dem man auch Mitglied werden und sich engagieren kann" - so wie Henri Hainz. Mit seinen Auftritten ist er inzwischen fertig. Als Teil des Publikums bleibt er dem Überzwerg auch in der nächsten Spielzeit erhalten: "Ich schaue auf jeden Fall immer mal wieder rein. Es sind schließlich tolle Sachen dabei", sagt der junge Zauberkünstler .

ueberzwerg.de/spielplan