Grummeln am Grünschnitt-Container

Ausgerechnet während der herbstlichen Laubflut brechen für Gartenfreunde in St. Arnual härtere Zeiten an. Die Grünschnittcontainer in der Koßmannstraße müssen einem Baustofflager weichen. Aber ein Hoffnungsschimmer bleibt.

Thomas Winkler (52) lässt welke Blätter in den großen Container rauschen. Da ist ganz schön was zusammengekommen. Der Alt-Saarbrücker gehört zu den vielen Männern und Frauen, die sich an diesem Nachmittag in der Koßmannstraße ihrer Gartenabfälle entledigen.

Damit ist es bald vorbei. Schon ab dem kommenden Montag bleibt die St. Arnualer Grünschnittannahmestelle des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebs (ZKE) geschlossen. Als Winkler das erfährt, lädt er seinen Frust gleich mit ab. "Das ist das Erste, was ich höre. Dann müssen wir alle zum Holzbrunnen fahren. Das geht wieder zu Lasten der Stadtteile. Und was geschieht denn mit den beiden Leuten, die hier arbeiten?"

Dem Rentner Bernhard Stollhof (73) aus St. Arnual setzt die Nachricht von der bevorstehenden Schließung der Annahmestelle genauso zu. "Ich finde es unzumutbar. Für die Biotonne sind meine Abfälle definitiv zu groß. Zum Glück habe ich ein Auto. Aber nicht jeder ist mobil. Außerdem gibt es am Holzbrunnen zu wenige Parkplätze. Wenn die Leute das hier erfahren, folgt ein mittlerer Aufstand."

ZKE-Sprecher Otto Drossel ist erst einmal dies wichtig: Arbeitsplätze gehen nicht verloren. "Wir setzen die beiden Kollegen weiter bei der Grünschnittannahme an anderen Standorten ein." Dann sagt er, warum der Entsorger die Annahmestelle schließt. Auf die Fläche kommt das Baumaterial für die Sanierung der Schmutz- und Regenwasserkanäle in der nahe gelegenen Gneisenaustraße. Dann bleibt kein Platz mehr für die Lastwagen des Entsorgungsbetriebes, um die Grünschnittcontainer auszutauschen.

Seit 20 Jahren gibt es diese kleinste Grünschnittannahmestelle des städtischen Entsorgungsbetriebes. Unbedeutend ist sie deswegen noch lange nicht. Wenn, wie im Herbst, besonders viel Grünzeug aus den Gärten weg muss, kommen bis zu 50 Kunden am Tag. Und der ZKE-Sprecher betont, dass über den Standort Koßmannstraße das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. "Die Baumaßnahme in der Gneisenaustraße dauert voraussichtlich bis Oktober 2015. Im Laufe des nächsten Jahres klären wir, ob wir danach den Platz wieder als Grünschnittannahmestelle einrichten können." Dahinter steht aber, anders als noch vor 20 Jahren, ein Vorbehalt. Otto Drossel: "Der Standort grenzt unmittelbar an einen Trinkwasserbrunnen der Saarbrücker Stadtwerke in der Wasserschutzzone eins und unterliegt daher besonderen Bestimmungen."

Für Franz Haßdenteufel (62) steht fest, dass die Natur auch das Nachsehen hat, wenn die Anlage in der Koßmannstraße auf Dauer verloren geht. "Die Wiesenstraße ist viel weiter weg. Also wird sicher zunehmend Grünschnitt im Wald abgeladen."

Zum Thema:

StichwortAls Alternativen zur Koßmannstraße empfiehlt der ZKE die Annahmestelle Brebach (Kurt-Schumacher-Straße) sowie das St. Johanner Wertstoffzentrum Am Holzbrunnen 4. Weitere Annahmestellen sind das ZKE-Wertstoffzentrum Wiesenstraße 11, die Kompostieranlage Gersweiler, Friedhofsweg, die Wertstoffinsel Dudweiler, Schlachthofstraße 48a, und der ZKE-Hof in der Schillstraße. Grüne Biotonnen gibt es als 120- und 240-Liter-Gefäße. ZKE-Mitarbeiter holen die Tonnen vom Standplatz ab und bringen sie zurück. Für Biotonnen gelten weder Basisgebühr noch Mindestgewicht. Der Transportservice (nur Innenstadt) kostet 17,64 Euro pro Jahr. Die Entsorgungsgebühr beträgt 17 Cent pro Kilo. Darüber hinaus holt der ZKE zweimal im Jahr den Grünschnitt für acht Euro je Kubikmeter am Haus ab. redWeitere Infos im Internet unter www.zke-sb.de