Daarler zeigen Courage für ihren Flecken Heimat

St. Arnual. Die St. Arnualer Stiftskirche ist weit über die Region hinaus bekannt. In ihr befinden sich die Grabmale der Nassauer Grafen und der Elisabeth von Lothringen, außerdem liegt der prägnante Sakralbau am bekannten Jakobsweg

St. Arnual. Die St. Arnualer Stiftskirche ist weit über die Region hinaus bekannt. In ihr befinden sich die Grabmale der Nassauer Grafen und der Elisabeth von Lothringen, außerdem liegt der prägnante Sakralbau am bekannten Jakobsweg.Klar, dass die Stiftskirche somit auch genau die richtige Kulisse für all die vielen Daarler ist, die ihrem Stadtteil bei der SZ-Aktion "Unser Ort hat viele Gesichter" ein Gesicht geben wollen. Damit sowohl die zahlreich erschienenen St. Arnualer als auch die Kirche gut zur Geltung kommen, haben die freiwilligen Feuerwehrleute sogar extra eines ihrer Löschfahrzeuge mitgebracht und es am Daarler Markt so postiert, dass SZ-Fotograf Claus Kiefer die Menge von oben ablichten kann.

Übrigens haben sich die St. Arnualer der Saarbrücker Zeitung mit einer eigenen Aktion angeschlossen. "Daarle sagt NEIN! Zu Rassismus und Gewalt" heißt diese. "Denn die SZ-Aktion ist eine hervorragende Gelegenheit für die St. Arnualer Initiative, ein weiteres sichtbares Zeichen gegen Rechts zu setzen", meint Bezirksbürgermeisterin Christa Piper. Sie hat sich an Stefan Brand gewandt, der ist Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der St. Arnualer Vereine und der fand die Idee ebenfalls prima.

Brand ist übrigens auch Mitglied der CDU-Stadtratsfraktion, und so hat Burkhard Jellonnek als SPD-Ortsvereinsvorsitzendner das überparteiliche "Bündnis gegen Rechts" ausgerufen, was jeder der Anwesenden mit dem entsprechenden Button auf seiner Brust demonstriert.

"Klar sind wir heute mit dabei", sagen Rolf Kurtz, Präsident der St. Arnualer Karnevalsgesellschaft "Die Daarler Dabbese", und sein Elferratspräsident Thomas Derschang. Auch die Arbeitsgemeinschaft der Vereine, der junge Fußball Club St. Arnual, der traditionsreiche Turnverein, die Obst- und Gartenbauern und die bereits genannte freiwillige Feuerwehr zeigen bei der SZ-Aktion Flagge für St. Arnual, in dem übrigens auch Regionalverbandsdirektor Peter Gillo zuhause ist. Unweit der Stiftskirche gibt es auch noch das Heimatmuseum, das Günter Feneis leitet.

Als Daarler oder St. Arnualer kennt ein jeder Saarbrücker die Menschen aus dem Stadtteil. Dass sie eigentlich aber Merkinger waren, ist weitgehend unbekannt. Aus den Ruinen einer gallo-römischen Siedlung an der Stelle des heutigen Daarler Marktes ist nämlich das Dorf Merkingen entstanden, das der Merowingerkönig Theudebert II. angeblich um 600 dem Metzer Bischof Arnual schenkte.

Arnual gründete ein erfolgreiches Missionszentrum und ist wahrscheinlich auch hier bestattet. Bald wurde Arnual als Heiliger verehrt, und Merkingen wurde in Sankt Arnual umbenannt. Im Laufe des Mittelalters entstand ein Augustiner-Chorherren-Stift, das Stift St. Arnual. Nach einer Volksabstimmung wurde Sankt Arnual 1897 Stadtteil von Saarbrücken.

In Sankt Arnual befand sich der erste Flughafen von Saarbrücken, der 1955 vom neuen Flughafen in Ensheim abgelöst wurde. Aktuell hat St. Arnual 9417 Einwohner, es ist damit der kleinste Stadtteil im Stadtbezirk Mitte.

Weitere Sehenswürdigkeiten in und um St. Arnual sind neben der Stiftskirche beispielsweise auch die markanten Felsenwege, die im nahen Waldgebiet zum Wandern einladen, und auch der Tabaksweiher.