2,4 Millionen für 15 Wohnungen

Die Wohnungsgesellschaft Saar (Woge) betreut rund 15 000 Mieter in rund 5400 Wohnungen im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Ihr Kerngeschäft ist in Saarbrücken und dem Regionalverband mit 3870 Wohnungen. In einer kleinen Serie stellen wir die Arbeit der Woge und den Wohnungsbestand vor. Heute: wie ein altes Haus senioren- und behindertengerecht umgebaut wurde.

 Türschwellen wurden abgesenkt, damit Rollstuhlfahrer leicht von Raum zu Raum fahren können. Auch die Bäder mit ebenerdigen Duschen baute die Woge Saar komplett um. Fotos: Becker&Bredel
Türschwellen wurden abgesenkt, damit Rollstuhlfahrer leicht von Raum zu Raum fahren können. Auch die Bäder mit ebenerdigen Duschen baute die Woge Saar komplett um. Fotos: Becker&Bredel
2,4 Millionen für 15 Wohnungen

2,4 Millionen Euro hat die Wohnungsgesellschaft Saar (Woge) in ihren Häuserkomplex in der Julius-Kiefer-Straße 68-70 in St. Arnual gesteckt. Hier sind auf 400 Quadratmetern pro Etage insgesamt 15 Wohnungen entstanden, die senioren- und behindertengerecht sein sollen. Ein Markt, der wächst.

Der Bedarf an senioren- und behindertengerechten Wohnungen steigt nach Angaben der Woge Saar. Und den Bedarf zu decken, ist schwer. Denn viele alte Häuser sind einfach nicht geeignet. "Die Flure müssen 1,20 Meter breit sein. Häuser aus den 1960er und 70er Jahren (ein Großteil des Wohnungsbestandes der Woge. Anm. d. Red.), wurden dagegen viel enger gebaut. Sie sind deshalb nachträglich oft nicht behindertengerecht ausbaubar", nennt Stefan Ruffing, Bauleiter und Prokurist Technik bei der Woge Saar, ein Hindernis. Und auch in den Bädern muss ein entsprechender Raum zur Verfügung stehen. So bräuchten ebenerdige Duschen einen Drehradius von 1,50 Metern für Rollstühle. "Das Problem bei Umbauten ist oft, dass man diese Breiten einfach nicht hat", erklärt Ruffing.

In der Julius-Kiefer-Straße war aber beides möglich. Das Gebäude stammt aus den 1920er Jahren. "Damals wurde noch breiter gebaut mit großzügigen Fluren", weis Ruffing. Auch die Bäder lassen sich behindertengerecht umbauen. Und, sagt Ruffing, "Das Haus konnten wir komplett entkernen, weil in einer kurzen Zeit sehr viele Mieter ausgezogen sind. Den Verbleibenden haben wir Ersatzwohnungen angeboten. Nur so konnten wir komplett umbauen". Der Häuserkomplex hat noch einen weiteren Vorteil: Es gibt eine Zufahrt zum Hof und auf der Hinterseite wurden an das Haus zwei Fahrstuhlschächte angebaut. Vom Hof gibt es also direkten Zugang zu Aufzügen. Ruffing: "Da bot sich das Haus einfach an."

Doch trotz der guten Voraussetzungen gab es auch hier einige Tücken beim Umbau. Zum Beispiel beim Brandschutzabfluss für die Duschen. "Der ist rund 20 Zentimeter lang. Allerdings sind die Zwischendecken oft nicht so dick. Da muss der Rest mit Estrich ausgeglichen werden. Oder die Türen sind plötzlich zu niedrig, weil wir die Böden angleichen mussten, um keine Stolperfallen zu haben", zählt Bauleiter Thorsten Maaßen auf. "Ein Neubau ist da wesentlich einfacher."

Fast ein Jahr hat der Umbau gedauert. Jetzt sind die ersten Mieter eingezogen. "Eine Etage haben wir komplett an eine integrative Wohngruppe mit behinderten und nichtbehinderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen vermietet mit zwölf Zimmern und Gemeinschaftsräumen", erzählt Stefan Ruffing stolz. Offiziell eingeweiht wird die Julius-Kiefer-Straße 68-70 am 24. Juni.