1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Landeshauptstadt

Diskussion um Schottergärten: Saarland will bei Steingärten mit guten Vorbild voran gehen

Diskussion um Schottergärten : Saarland will bei Steingärten mit guten Vorbild voran gehen

Die größeren Städte im Saarland gehen vorerst nicht gegen umstrittene Stein- und Schottergärten vor.

Statt Verbote für Privatpersonen auszusprechen, ergreife Saarbrücken eigene Maßnahmen für mehr Biodiversität, sagte Stadt-Sprecher Thomas Blug der Deutschen Presse-Agentur. In Grünanlagen, an Straßenrändern und Verkehrsinseln habe die Landeshauptstadt insektenfreundliche Wildblumenwiesen angelegt.

In St. Ingbert werde über das Thema noch intensiv diskutiert, sagte der Sprecher der Stadt, Peter Gaschott. Statt zu verbieten, wolle die Stadt mit gutem Beispiel voran gehen. „Rund ums Rathaus haben wir einen Garten angelegt, in dem zum Beispiel Salate und Bohnen angepflanzt werden. Versiegelte Flächen sind verschwunden.“

Der Naturschutzbund Nabu hatte zuletzt größere Anstrengungen von Städten und Gemeinden im Kampf gegen Schotter- und Steingärten gefordert. Die grauen Gärten trügen zum Artensterben bei, weil sie Pflanzen und Tieren keinerlei Lebensraum mehr böten, sagte der saarländische Nabu-Geschäftsführer, Wendelin Schmitt. In Schottergärten werden Wiesen, Rasen und Beete durch Schotter und Kies ersetzt und der Boden mit Folien versiegelt.

Aufgrund des hohen städtischen Wald- und Grünanteils gibt es in Völklingen und Homburg nach eigenen Angaben bisher keine Probleme mit Schottergärten. „Es gibt zwar vereinzelt Personen, die ihre Vorgärten so anlegen, aber bei 57 Prozent Waldfläche sehen wir noch keinen Handlungsbedarf“, sagte etwa der Sprecher der Stadt Völklingen, Uwe Grieger.

(dpa)