| 14:41 Uhr

Saarbrücker Tafel
Der Dank gilt Kämpfern gegen Hunger

In vielen Teilen Deutschlands können Menschen ihren Lebensmittel-Bedarf nicht ohne Tafeln decken. Schon gar nicht in Saarbrücken.
In vielen Teilen Deutschlands können Menschen ihren Lebensmittel-Bedarf nicht ohne Tafeln decken. Schon gar nicht in Saarbrücken. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Burbach. Saarbrücker Tafel ist in den vergangenen 20 Jahren zum unentbehrlichen Lebensmittel-Verteiler geworden. Von Andreas Lang

Der runde Geburtstag einer Einrichtung wie der Saarbrücker Tafel sei eigentlich „kein Grund zu feiern“. Das meint Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, die die Tafel noch aus ihrer Zeit als Sozialdezernentin kennt. Und das sagte sie bei der Veranstaltung zum 20-jährigen Bestehen im Bürgerhaus Burbach.


Die Paten der Tafel gingen vor rund zwei Jahrzehnten davon aus, die Abgabe überschüssiger Lebensmittel an Bedürftige sei nur für eine überschaubare Zeit nötig. Das sagte der heutige Vorsitzende Uwe Bußmann und nannte Uta Lautemann sowie die inzwischen verstorbene Ehrenvorsitzende Ursula Ludwig-Ratjen als Initiatorinnen. Beide hätten nach der Heilig-Abend-Aktion 1997 überlegt, eine Tafel einzurichten und große Resonanz erfahren. Bußmann: „Es zeigte sich, dass die Läden nicht nur zu Weihnachten Waren übrig hatten, sondern das ganze Jahr über.“

So nahm die Tafel am Meerwiesertalweg ihren Anfang, mittwochs wurden in der Nähe des Evangelischen Krankenhauses die gesammelten Waren verteilt. Schon bald zog es den Verein in die Burbacher Hochstraße, wo es aber auch schon wenig später zu eng wurde.



Heute ist ein ehemaliges Ladenlokal in der Nähe des Burbacher Marktes das Zentrum der Menschlichkeit. Den Grund, die Helfer und ihr Wirken zu feiern, liefert das 20-jährige Bestehen allemal. Bußmann: „Das ist euer Tag, ihr Ehrenamtlichen, es ist euer Verdienst, dass 4500 Leute regelmäßig zusätzliches Essen bekommen.“ Die Vorsitzende des Tafel-Landesverbandes Rheinland-Pfalz/Saarland, Sabine Baumann, gratulierte mit den Worten: „Ihr setzt euch dafür ein, dass Bedürftigen das Brot nicht vorenthalten wird, sondern dass es geteilt wird.“

Anfangs genügte ein Tag in der Woche, mittlerweile ist an allen Werktagen geöffnet, zusätzlich fahren Tafel-Helfer montags auf den Wackenberg und mittwochs auf die Folsterhöhe. Insgesamt verteilt das Tafel-Team pro Woche zirka 20 Tonnen Lebensmittel an um die 4500 Bedürftige. Zum Einsammeln haben die Helfer vier Kühlwagen.

Gegen 11 Uhr beginnt der Einsatz der Verteil-Helfer. Sie räumen die Lebensmittel in die Regale und prüfen Qualität sowie Mindesthaltbarkeitsdatum. Sechs bis acht Helfer verteilen die Waren, ein Helfer liest die Ausweise der Empfänger ins Verteilregister ein. Selbstverständlich sind nach der Ausgabe die Regale zu reinigen und aufzuräumen. Was noch übrig ist, wird in soziale Einrichtungen gebracht.

Zur 20-Jahr-Feier hat der Rotary-Club Saarbrücken 3000 Euro gespendet. Die Tafel investiert sie in eine Putzmaschine und in gedruckte Koch-Ratschläge: Das „Gemüsebuch“ soll Tipps liefern, wie Gemüsesorten richtig zubereitet werden.

Geehrte Mitglieder: Ruth Jamann, Renate Hachs, Ursula Franik, Raymund Grünewald, Hedwig Magdonieh, Lore Bender, Lothar Ranta, Udo Hartung, Hans Lieback, Georg Martin Diening, Marianne Fischer.