1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Landeshauptstadt

Saarbrücker Studenten haben mit Sport-Start-up Erfolg

„5 Euro StartUp“ an der HTW : Studenten bewähren sich als Firmengründer

Entwicklung einer Fitness-Rolle begeistert Absolventen der Hochschule für Technik und Wirtschaft – weit über ein Seminar hinaus.

Das Wintersemester an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) neigt sich dem Ende zu. Die Klausurphase steht vor der Tür. Entsprechend angespannt sind viele Studenten, die in den Räumen auf dem Campus Rotenbühl lernen. Benedikt Haab, Christopher Schneider, Lars Helfenstein und Marius Fischer wirken dagegen entspannt. Und das, obwohl sie gerade neben ihrem Studium ein kleines Unternehmen betreiben.

Die vier Fünftsemester haben im Rahmen des Projektfaches „5 Euro StartUp“ im Wintersemester ihre eigene Firma gegründet. Das Testen des Produktes am Markt ist Teil des Seminars. Die Studenten werden bei der Ideensuche und während der Praxisphase unterstützt. Seminare über Recht, Marketing und Vertrieb vermitteln Kenntnisse rund um die Existenzgründung.

Haab, Schneider, Helfenstein und Fischer gründeten „SFH²Motion“. Und ihre Unternehmensgründung bringt ihnen beachtlichen Erfolg.

Ein Team seien die vier Freunde schon nach zwei Wochen in ihrem allerersten Semester gewesen, erzählen sie. Im „5 Euro StartUp“ entwickelten sie ihre Produktidee: eine Kombination aus Klimmzugstange und Faszienrolle.

Eine solche Rolle soll nach dem Sport unter anderem Verspannungen lösen und die Beweglichkeit erhöhen. Außerdem soll die regelmäßige Nutzung das Bindegewebe straffen.

Im Gegensatz zu vergleichbaren Geräten auf dem Markt sei ihre Rolle durch das Anbringen auf der Stange besser an den Nutzer anzupassen und damit besser zu Hause verwendbar, erklärt Schneider.

Auf dem Fitness-Markt haben die vier mit ihrer „Wonderbar“ Erfolg: Schon in der ersten Woche des Verkaufs verkauften die Studenten 35 ihrer Stangen an ein Reha-Zentrum. So sei das Ganze schnell mehr geworden als ein Studienprojekt, sagt Schneider.

Zwar sei die Abschlussnote für sie natürlich wichtig, der Schwerpunkt liege aber inzwischen voll auf ihrem kleinen Unternehmen.

Für den Abschluss des Seminars haben die vier bereits einen Geschäftsbericht abgegeben. Das Start-up-Projekt ist damit abgeschlossen. „SFH²Motion“ ist jetzt komplett selbstständig und noch lange nicht am Ende: Weitere Produkt- und Kostenoptimierungen sind geplant, die Herstellungskosten sollen weiter gesenkt, die Qualitätsstandards aber beibehalten werden.

Dazu wollen die vier ihre „Wonderbar“ weiter vor Ort in Reha-Zentren und Fitnessstudios bewerben und darüber hinaus weitere völlig neue Produkte herstellen. Auch die Website sowie diverse Social Media-Kanäle wollen die vier für die Vermarktung nutzen. Extrem viel Arbeit für vier BWL-Studenten, die nebenbei ihren Bachelor in der Regelstudienzeit abschließen und einen Master anhängen wollen.

„Es gibt Tage, an denen ich von 8 bis 20 Uhr unterwegs bin“, erzählt Fischer. Der Spaß sei dabei allerdings nie verloren gegangen: „Zahlen, Betriebswirtschaft und all das machen uns Spaß. Es fühlt sich nicht an wie ein Bürojob“, sagt Helfenstein. Ein Produkt herzustellen, zu sehen, dass es für Umsatz sorgt und den Menschen gleichzeitig hilft, sei außerdem extrem motivierend.

Den vier ist bewusst, dass ihr Erfolg ohne die Ausbildung an der HTW nicht möglich gewesen wäre. „Die Professoren und Dozenten hier sind sehr engagiert. Alle Betreuer haben sich extrem viel Zeit für uns genommen. Die HTW fördert die Kreativität und die Gründungsfreudigkeit der Studenten über alle Maßen“, sagt Helfenstein.

Durch die Seminare und Vorlesungen hätten sie das richtige Gerüst gehabt, um die Herausforderung einer Unternehmensgründung zu bewältigen. Gerade der Informatik-Teil des Studiums sei hervorragend, betont Haab, der im Rahmen des Projektes unter anderem eine eigene Website für das Unternehmen baute. Für das nächste Jahr erhoffen sich die Freunde ein weiteres Produkt sowie ein weitreichendes Netzwerk für den Kauf der Teile, die sie für die Herstellung brauchen. Der größte Erfolg wäre aber, sich in der Branche „einen Namen zu machen“, sagt Haab.

An diesem Montag, 3. Februar, ist an der HTW die offizielle Abschluss-Veranstaltung des „5 Euro StartUps“. Dort werden diverse Projekte des Seminars präsentiert und ausgezeichnet