| 20:55 Uhr

Klavierduo Hoffmann/Raab bei der Sommermusik
Sommermusik: Junges Klavier-Duo lässt Zuhörer johlen

Saarbrücken. Von Oliver Sandmeyer

Erstmal ist man überrascht, dass nur ein Flügel im Festsaal des Saarbrücker Rathauses steht. Hieß es nicht Klavier-Duo? Für schnelle Aufklärung sorgt die kurze Begrüßungsrede von Thomas Altpeter, Hauptverantwortlicher bei der Saarbrücker Sommermusik: Die beiden Pianisten Till Hoffmann und Jakob Raab werden das Konzert heute gemeinsam an einem Klavier spielen – vierhändig.


Ausgesucht haben sich die beiden jungen Pianisten – Hoffmann ist Jahrgang 1996, Raab Jahrgang 1995 – zwei Kompositionen vom immer wieder gern gespielten und gehörten Ludwig van Beethoven: Den Hauptteil bildet die „Sinfonie Nr. 3, Es-Dur op. 55“ – die „Eroica“. Los geht es aber folgerichtig mit der Ouvertüre zu „Coriolan“, die Beethoven zum gleichnamigen Drama von Heinrich Joseph von Collin komponierte.

Bevor das Duo zum ersten Mal zur Sommermusik aufspielt, verrät Altpeter noch, dass die beiden heute sogar ihren ersten gemeinsamen Auftritt überhaupt bestreiten.



Doch von Aufregung ist ihnen nichts anzumerken: Mit mächtigem Anschlag steigen Hoffmann und Raab in die von Hugo Ulrich für Klavier arrangierte Fassung der „Coriolan“-Ouvertüre ein. Das Musikstück lebt von seiner Abwechslung: Zwischen lautstarken, unruhigen Passagen schieben sich immer wieder weiche, anmutig klingende Themen.

Mit ihrem Enthusiasmus und ihrer Spielfreude, mit denen beide jungen Männer schon bei diesem ersten Teil den Raum zu füllen wissen (nicht selten stürzt sich eine Hand aus dreißig, vierzig Zentimetern lautstark in die Tasten), ziehen sie die Anwesenden scheinbar mit Leichtigkeit auf ihre Seite, begeistern.

Dieser erste Eindruck wird jedoch noch überflügelt. Bei dem Klavier-Arrangement von Otto Singer von Beethovens „Eroica“ zeigen die beiden Pianisten noch mehr von ihrem Können: Egal ob es beim ersten Satz schwungvoll bis tänzelnd zugeht oder im Trauermarsch-Satz langsam und ruhig – Hoffmann und Raab weisen ein beeindruckendes Verständnis füreinander auf. Das Timing stimmt, auch in den Passagen, in denen die Noten einander zu jagen scheinen.

Nachdem auch der finale vierte Satz der Dritten verklungen ist, gibt es als Dank vom Publikum lange anhaltenden Applaus – „Bravo“-Rufe und Johlen inklusive.