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Saarbrücker Hefte knöpfen sich Hubert Ulrich und seine Grünen vor

Druckfrisch erschienen : Saarbrücker Hefte knöpfen sich die Grünen vor

Das Timing könnte  kaum besser sein: Die Titelgeschichte der brandneuen Ausgabe der Saarbrücker Hefte lautet: „Das System Ulrich – Grüner Sumpf an der Saar“. Wilfried Voigt widmet sich dem Konflikt bei den Grünen an der Saar – der ja bekanntlich am letzten Wochenende auf dem Parteitag endgültig eskalierte.

Im Mittelpunkt der parteiinternen Auseinandersetzungen steht – wieder einmal – Hubert Ulrich, der seit 30 Jahren die Partei dominiert. Im Gespräch mit den Saarbrücker Heften wirft ihm Grünen-Vorstandsmitglied Marita Mayers „strukturelle und soziale Gewalt“ gegen einzelne Personen und Gruppen in der Partei vor. Kritik kommt auch vom Bundesvorstand.

Außerdem erinnern die Saarbrücker Hefte an die wichtige Rolle, die der heutige Vorsitzende der saarländischen AfD-Landtagsfraktion, Josef Dörr, über fast 20 Jahren bei den Saar-Grünen gespielt hat.

Fünf Jahre nach der Zerstörung des Botanischen Gartens in Saarbrücken bringen die Saarbrücker Hefte in ihrer 123. Ausgabe eine Chronik der fatalen Abläufe und stellen Ideen für mögliche Alternativen vor.

In einem weiteren Beitrag widemt sich Autor Erich Später dem im Saarland geehrten, langjährigen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Hermann Neuberger. Wieso, fragt er, trägt eine Gesamtschule in Völklingen den Namen des Mannes, dem die gute Laune bei einem Fußballfreundschaftsspiel wichtiger war als das Leben der damals 30-jährigen Elisabeth Käsemann, deren mögliche Rettung aus der Folterkammer der argentinischen Militärjunta er verweigerte?

Der „Lokalredakteur“ der  Saarbrücker Hefte, Ekkehart Schmidt, führt  diesmal von Völklingen aus über Wehrden in den Warndt und beschreibt, wie die von ihm besuchten Lokale die Pandemie überstanden haben. Oder auch nicht.

Die Galerie im Heft gehört Volker Schütz, der besonders durch seine Serie der zaubervollen Pilze beliebt geworden ist, die plötzlich in den Wäldern erschienen, nachdem der Künstler dort seine Sporen hinterlassen hatte. Zu sehen ist auch, was er mit seiner Körperteilverlängerungsmaschine anstellt und in welcher Form sich ein Virus in seinem Atelier ausbreitet.

„Wem gehört die Stadt?“ fragen in einem weiteren Beitrag  Dennis Kundrus und Laura Weidig. Sie  nehmen die Sinnhaftigkeit der vom Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt initiierten Aktion „Sauber ist schöner“ unter die Lupe.

Weitere Themen der Saarbrücker Hefte sind das 75. Jubiläum der Synagogengemeinde Saar, der 1931 in Saarbrücken geführte Prozess gegen den Jazz-Pionier Eric Borchard und der Stand der Ermittlungen im Mordfall Samuel Yeboah.

Wie bereits bekannt, haben der Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt und die Stadtratskoalition aus CDU, Grünen und FDP die städtische Förderung der Saarbrücker Hefte in Höhe von jährlich 10 000 Euro seit zwei Jahren eingestellt. Die Pläne für ein Gutachten, das nach 65 Jahren klären sollte, ob die Hefte überhaupt zur Kultur gehören und aus dem Kulturetat der Stadt gefördert werden können, haben sich in Luft aufgelöst. Unterdessen hat die regierende Koalition beschlossen, ein stadteigenes Amtsblatt für 180 000 Euro im Jahr zu finanzieren. „Die Saarbrücker Hefte geben aber nicht auf und setzen auf die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger“, heißt es in der Pressemitteilung zum Erscheinen des neuen  Hefts. „Keineswegs werden wir darauf verzichten, den Stadtrat daran zu erinnern, dass die Saarbrücker Hefte, unabhängig von den regierenden Koalitionen, aus dem städtischen Haushalt zu unterstützen sind. Saarbrücker Hefte stehen für einen kritischen Journalismus und für die Förderung von regionaler Kunst und Kultur. Das Einstellen der Unterstützung zeigt, dass die regierende Koalition an dieser Art von Öffentlichkeit und Kulturförderung nicht interessiert ist“, sagt Hefte-Redakteurin Sadija Kavgić.

Die Saarbrücker Hefte können in Buchhandlungen zum Preis von 9,90 Euro gekauft oder per E-Mail an info@saarbrueckerhefte.de bestellt werden.