Zwischen Übermut und Totschlag

Was bringt Jugendliche dazu, Steine von Autobahnbrücken zu werfen und Menschenleben zu gefährden? Danach fragt das Theaterstück „Stones“, das am Freitag Premeire hat.

Die zwei Jungs Diesel und Flo suchen neue Herausforderungen. Sie sticheln sich gegenseitig zu Mutproben an. Brechen in Gebäude ein und klauen. Aus den anfänglichen Rangeleien und harmlosen Späßen wird ernst. Sie beginnen, Steine von einer Autobahnbrücke zu werfen. Von dieser durchaus realistischen Geschichte handelt das Theaterstück "Stones" von Tom Lycos und Stefo Nantsou. Drei Mitglieder von Thunis, der Theatergruppe der Universität des Saarlandes , haben am Freitag, 17. April, mit diesem Stück im Theater im Viertel Premiere.

Das junge Trio aus Regisseurin Jannica Humbert (23) und den Schauspielern Peter Haaf (22) und Christian Steinborn (23) arbeitet bei dieser Produktion das erste Mal zusammen. "Uns hat das Stück von Anfang an interessiert, weil das Thema immer wieder aktuell ist. Erst vor ein paar Jahren gab es schon wieder so einen Fall", erklärt Christian Steinborn . Seit 13 Jahren steht der Psychologiestudent schon auf der Bühne.

Jannica Hümbert hatte "Stones" schon in der Schulzeit gelesen, und es ist ihr bis jetzt nicht aus dem Kopf gegangen. Der schmale Grat zwischen Spiel und Ernst mache das Stück besonders interessant, findet sie. Außerdem beruht es auf einer wahren Begebenheit. Zwei Jungs warfen 1994 in Australien Steine von einer Autobahnbrücke bei Melbourne. Dabei töteten sie einen Universitätsprofessor. Die beiden wurden angeklagt, aber nie verurteilt. Im Stück werden die Reaktionen der jungen Straftäter gezeigt - zwischen Coolness und Zusammenbruch.

Damit hat sich Hümbert bei Weitem keinen einfachen Stoff ausgesucht. Sie führt das erste Mal Regie. Aber Theatererfahrung bringt sie mit. Seit ihrem Bachelor in Germanistik arbeitet sie nämlich als Regie- und Dramaturgieassistentin im Saarbrücker Theater Überzwerg . Für das Bühnenbild hat sie sich etwas Besonderes einfallen lassen. "Die Jungs sollen mit den Holzpaletten ihre eigenen Geschichten bauen", erklärt Hümbert. Durch Herumschieben und Stapeln ergeben sich immer neue Eindrücke. Die Texte hat sie teilweise durch moderne Jugendsprache ergänzt. Obwohl es "nur" ein Zweipersonenstück ist, sei es gar nicht so einfach, die beiden energiegeladenen Schauspieler zu instruieren. Hümbert ist aber zuversichtlich. Seit Dezember proben sie regelmäßig, und bis zur Premiere sind täglich Proben angesetzt.

Die Premiere am Freitag, 17. April, 19.30 Uhr, im Theater im Viertel am Landwehrplatz. Weitere Aufführungen: 18., 23., 24. und 25. April. Karten zu 12/7 Euro: (06 81) 390 46 02.