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Zwischen Alternative-Pop und Folk

Der Saarbrücker Musiker und Sänger Kai Sonnhalter in einem Waschsalon im Nauwieser Viertel. Foto: Oliver Dietze
Der Saarbrücker Musiker und Sänger Kai Sonnhalter in einem Waschsalon im Nauwieser Viertel. Foto: Oliver Dietze FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken. Rund 100 Konzerte gibt der Saarbrücker Sänger und Liederschreiber Kai Sonnhalter derzeit pro Jahr. Er überzeugt sein Publikum mit englischen Texten und Musik zwischen Alternative-Pop und Folk Von SZ-MitarbeiterinKerstin Krämer

"Ich bin niemand, der langfristig plant", sagt Kai Sonnhalter: "Ich nehme Herausforderungen an, aber ich suche nicht danach." Vor diesem Hintergrund mutet es dann doch ziemlich kühn an, dass der Saarbrücker Singer/Songwriter vor etwa anderthalb Jahren seinen Brotjob geschmissen hat, um sich ganz aufs Liederschreiben und einige wenige Projekte konzentrieren zu können. Ausschließlich von der Musik zu leben, das hätte wahrscheinlich vorher schon funktioniert: Seit Jahren war und ist Sonnhalter als Sänger und/oder Gitarrist mit Bands wie "Tonsport", "Kai squared", "Fishball", "Jomtones" und "Klimaschock" unterwegs und gern gesehener und gehörter Gast bei Kollegen wie Thomas Blug oder Jeannette Curta. Er schrieb und spielte Crossover bei "Haight Ashbury", machte alternativen Rock mit "Porcupine", experimentierte mit elektronischen Sounds in der Formation "Black Box" und spielte jazzigen Soul mit "Werthsache". So probierte er sich, oft mit Coverformationen, in verschiedenen Genres aus und brachte es jährlich auf bis zu 200 Auftritte.

"Covern hat mir schon immer Spaß gemacht", meint Sonnhalter, 1976 in Obersalbach/Heusweiler geboren: "Jahrelang habe ich es nicht vermisst, eigene Musik zu machen. Aber dann habe ich im Austausch mit anderen gemerkt, dass es mir doch wichtig ist, selbst etwas zu erzählen."

Ursprünglich wollte er nur eine einjährige berufliche Auszeit nehmen, aber dann kündigte der studierte Diplom-Raum- und Umweltplaner und Wirtschaftsingenieur seine Stelle als Produktmanager bei der St. Wendeler Verstärkerfirma Hughes & Kettner ganz. Bislang fährt er mit der mutigen Entscheidung offenbar ganz gut: Sonnhalter spielt immer noch bis zu 100 Konzerte im Jahr und genießt es, sich nun die besten Gigs aussuchen zu können. Mit seiner Band "Tonsport" war er 2012 als Vorband von "Pur" unterwegs, und "Tonsport" ist auch seine Wunschband für Live-Konzerte mit seinem eigenen Material. Sonnhalter kommt ursprünglich vom Rock und experimentierte schon mit 14 Jahren in einer Schülerband.

Mit seinen eigenen Songs ist er nun irgendwo zwischen Alternative-Pop und Folk angekommen - eingängig, aber nicht glatt. Ehrlichkeit ist ihm wichtig: "Ich glaube, eine meiner Stärken ist Authentizität", sagt Sonnhalter. Früher dachte er, den Erwartungen anderer entsprechen zu müssen; heute schreibt er, wie es ihm persönlich gefällt. Seine Themen findet er im Privaten, Zwischenmenschlichen - Erfahrungen und Begegnungen hält er in englischen Texten fest.

"Ich würde eigentlich viel lieber auf Deutsch singen, um besser verstanden zu werden", erzählt Sonnhalter: "Aber ich bin da im Zwiespalt: Ich finde, dass meine Stimme und meine Art zu singen mit der deutschen Sprache nicht kompatibel sind." Auf Englisch immerhin klingt er so überzeugend, dass er im Mai als einziger Deutscher beim Luxemburger "Festival saveurs culturelles du monde" im Casino 2000 in Mondorf-les-Bains auftreten durfte, einen Preis ergatterte und nun 2014 zum belgischen Festival "Les Aralunaires" in Arlon eingeladen ist.

Kai Sonnhalter spielt am 18. August, 19 Uhr, solo in der Krumm Stubb, Dudweiler.