| 21:06 Uhr

Zwei Mädchen im Vorschulalter von Onkel missbraucht

Saarbrücken/Mandelbachtal. Das Landgericht hat gestern einen 42-jährigen Industriemeister aus dem Saar-Pfalz-Kreis zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Angeklagte war geständig, sich an seinen beiden Nichten sexuell vergangen zu haben. Die Taten ereigneten sich in den Jahren 1998 und 2008

Saarbrücken/Mandelbachtal. Das Landgericht hat gestern einen 42-jährigen Industriemeister aus dem Saar-Pfalz-Kreis zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Angeklagte war geständig, sich an seinen beiden Nichten sexuell vergangen zu haben. Die Taten ereigneten sich in den Jahren 1998 und 2008. Die Opfer waren die Töchter seiner Schwester und zu den Tatzeiten gerade fünf Jahre alt. Der Angeklagte ist verheiratet und hat selbst zwei Kinder.Die Sache kam ans Tageslicht, weil sich der Angeklagte selbst bei der Polizei anzeigte. Von acht Fällen war die Rede. Einer davon war besonders schwer, da auch orale Praktiken im Spiel waren. Sein Verteidiger bezeichnete ihn als krank und pädokriminell. Während er das vortrug, weinte der Angeklagte. Er hat sich von seiner Familie getrennt und sein Eigenheim verlassen. In der Kreisstadt hat er sich ein Zimmer genommen. Durch sein Verhalten habe er nicht nur die Opfer sondern auch seine Ehefrau und seine Kinder schwer belastet. Bisher hatte er keinerlei Vorstrafen. Auf eigene Kosten lässt er sich gegen seine Neigungen therapieren. Hierin sah die Verteidigung denn Gründe, für eine Bewährungsstrafe zu plädieren. Der Staatsanwalt hatte auf drei Jahre plädiert und die von der Verteidigung vorgetragenen Strafmilderungsgründe schon berücksichtigt.So sahen es auch die Richter. Mit der Verurteilung zu drei Jahren bleibe die Kammer am unteren Rande des Zulässigen. Die ungewöhnliche Selbstanzeige sei aber nicht dem Umstand zuzuschreiben, dass der Angeklagte von Gewissensbissen geplagt wurde. Er wurde von seiner Familie dazu gedrängt, weil erste Verdachtsmomente auftauchten. Auch ohne die Selbstanzeige wäre das Verfahren in Gang gekommen. Möglicherweise darf der Angeklagte seine Strafe im offenen Vollzug verbüßen. Damit gäbe es möglicherweise noch eine letzte Chance für ihn und seine Familie, so der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. jht