Zum Wasserfest strömten die Massen herbei

Gerade noch Zuschauer. Und schon Held unter Wasser. Beim Saar-Spektakel geht das. Hunderte haben sich dort frisch ins Tauchen verliebt. Und im Klettergarten schwebten Mutige in Scharen über den Feiernden.

Noch erfrischender als das Bad in der Saar war die Dusche danach bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

"Das kannte ich nicht. Völlig verrückt." Die 33-jährige Amélie Jung entstieg dem Tauchbassin hinter dem Finanzministerium. "Man kann sich gar nicht vorstellen, wie das ist, unter Wasser zu atmen und sich fortzubewegen. Das muss man einfach probieren", sagte die Französin.

Wie 300 weitere Besucher hatte Amélie Jung am Sonntag beim Saar-Spektakel das Schnuppertauchen kennengelernt. Für die Begeisterung der neunjährigen Leonie Müller aus Ormesheim war kein Wasser nötig. Die junge Dame hangelte sich geschickt durch den Klettergarten. "Es ist nicht so leicht, wie es vielleicht aussieht. Aber es macht großen Spaß", sagte Leonie. Wie die Tauch-Anbieter meldete der Klettergarten rekordverdächtige Zahlen. "Hier stehen immer Warteschlangen. Wir hatten mehr als 100 Besucher in einer halben Stunde", sagte Oliver Beeker vom Unternehmen, das den Klettergarten aufgebaut hat.

Gemütlicher ließen es Antje und Michael Sauvageau aus Annweiler am Trifels angehen. "Wir sind zum ersten Mal hier und wollen uns alles einmal ansehen. Am besten gefällt uns natürlich das Drachenbootrennen", sagte Antje Sauvageau.

Stets voller Menschen waren an den vergangenen drei Tagen die Wege entlang der Saar. Kein Wunder, war das Wasser doch Schauplatz unzähliger Attraktionen. Wie wär's mit Grillen mitten auf dem Fluss? Einem Teilnehmer kam das für ihn ungewohnte heiße Vergnügen im kühlen Nass so exotisch vor wie Schwenken im Winter.

Ein paar Meter weiter bestaunten zwei ältere Damen unerwartete Flugkünste. Eine Art Skateboard stieg aus dem Wasser und sauste fünf Meter hoch durch die Luft. "Ich wusste gar nicht, dass es so etwas schon gibt", sagt die eine Dame, während ihre Nachbarin ungläubig und fasziniert zugleich den Kopf schüttelte.

Im Festzelt unterhalb des Staatstheaters erklang Musik, die einst auf den Weltmeeren entstand. Als Meister der Shantys präsentierte sich, eingeladen von den Bisttalmöwen, unter anderem der Seemanns chor aus dem Bremer Stadtteil Vegesack. "Wir sind drei Tage in Saarbrücken , finden die Stadt toll und das Fest. Ich kenne das ja schon", sagte Gerhard Hrtusz mit dem typischen Akzent des Norddeutschen. Denn damit eins klar ist: "Ein halber Saarländer bin ich auch. Meine Mutter war aus Friedrichsthal."

Eindrücke eigener Art sammelten der Nürnberger Günter Sollfreund und seine Familie. Alle Sollfreunds sind blind. Mit Stock und Blindenhund schlenderten sie durch die Massen. "Also, ich weiß, dass links neben mir die Saar ist und auf der rechten Seite die Musik spielt. Es muss viele Essensstände geben. Die Gerüche sind unglaublich vielfältig", sagte Sollfreund. Er hatte zu Hause viel Gutes vom Spektakel gehört. "Ich musste einfach herkommen. Und ich glaube, ich habe mich in den Dibbelabbes verliebt."