Zum Grillen auf die Autobahn

Der Landesbetrieb für Straßenbau glaubt an einen Scherz. Den Studierenden, die am Pfingstmontag auf der Stadtautobahn grillen wollen und hoffen, dass viele Saarbrücker mitmachen, ist es aber ernst mit ihrer Idee.

Eine gespenstisch leere Autobahn - da mussten sie hin, die Studierenden des Architektur-Kurses "Plan B" der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Und als sie da so standen und saßen auf der wegen Bauarbeiten gesperrten Fahrbahn, kam die Idee: Man könnte doch das Pfingstwochenende nutzen, um aus der sonst so hektischen Verkehrsader eine Zone der Entspannung zu machen.

Aus der Idee wurde eine Initiative. Die Studierenden vereinbarten ein "Autobahngrillen" am Pfingstmontag ab 14 Uhr und verbreiteten den Termin im Internet. Es handle sich nicht um eine Veranstaltung, betont Josefine Goertz, eine der Studentinnen. Man habe nichts organisiert, es werde nichts angeboten, wer Grillen will, muss alles, was er dazu braucht, mitbringen. Man wolle sich lediglich für kurze Zeit "den Raum zurücknehmen, der sonst den Autos gehört".

"Wir versuchen kurzfristig, den derzeitig himmlischen Zustand der Stadtautobahn den Bürgern der Landeshauptstadt nahezubringen. Vorgesehen sind vor allem Aktionen, die den verlorenen Stadtraum in Wert setzen sollen", sagt Architektur-Professor Stefan Ochs. Darum gehe es unter anderem in seinem Kurs: mit Bürgern über Stadtentwicklung ins Gespräch zu kommen.

Eine "lustige Idee", findet der Sprecher des Landesbetriebs für Straßenbau . Aber "eine solche Veranstaltung im Bereich der Baustelle auf der Autobahn kann es auch unter Vollsperrung nicht geben", sagt er. Und: "Wir werten die Einladung als Scherz." "Wenn die doch kommen", sei das ein Fall für Polizei und Ordnungsamt.

Professor Ochs gibt sich ganz entspannt: "Wir sind optimistisch, was das Gelingen angeht." Wenn es dennoch Stress gebe, weiche man auf den Grünstreifen an der Saar aus.

Meinung:

Die Straßenbauer scherzen

Die Autobahn als Zone der Entspannung. Foto: Goertz. Foto: Goertz

Von SZ-RedakteurMartin Rolshausen

Eine solche Veranstaltung im Bereich der Baustelle auf der Autobahn kann es auch unter Vollsperrung nicht geben." Ich werte diesen Hinweis des Landesbetriebs für Straßenbau zum Autobahngrillen als einen Scherz.

Denn es kann ja wohl nicht der Ernst der Landesstraßenbauer sein, den fast drei Wochen lang unter der Vollsperrung der Stadtautobahn leidenden Saarbrückern dieses bisschen Spaß zu vermiesen. Im Gegenteil: Der Landesbetrieb hätte ja sogar selbst auf die Idee kommen können, die Saarbrücker zu einem Fahrbahn-Festchen einzuladen. Die Idee hatten nun andere. Also: Macht Euch locker, liebe Autobahnsperrer. Und versprochen: Die Arbeiter, die sicher in großen Scharen schuften am Montag, stören wir durch die Schwenker nicht.