Zum Fairness-Preis gehört mehr als Kaffee: Regionalverband macht sich für gerechten Handel stark

Zum Fairness-Preis gehört mehr als Kaffee: Regionalverband macht sich für gerechten Handel stark

Die ersten Schritte auf dem Weg zu einer begehrten Auszeichnung machte die Belegschaft des Regionalverbandes schon im vorigen Jahrzehnt. Das Ziel, einen gerechteren Handel, wollen inzwischen Tausende erreichen. Das hat auch mit guten Ideen aus dem Schloss zu tun.

Ja, stolz ist sie. Und aufgeregt. Heike Erbelding, Büroleiterin des Regionalverbandsdirektors Peter Gillo , hat eine weitere Aufgabe geschultert. Und sie hat als Teil eines Teams Erfolg. Die Steuerungsgruppe mit Leuten aus fast allen Abteilungen der Regionalverbandsverwaltung sorgte mit dafür, dass der Regionalverband an diesem Dienstag der 13. Fairtrade-Landkreis in Deutschland wird. "Heute ist ein großer Tag für uns", sagt Erbelding.

Es begann mit Kleinigkeiten. Dem Kaffee aus fairem Handel, den der Regionalverband seit 2004 im Schloss ausschenkt, später gefolgt von den 16 000 Baumwolltaschen für die Schulbuchausleihe. Die Ideen, den Fairen Handel bekannt zu machen, enden nicht am Schlossplatz. "Natürlich trugen wir den Fairtrade-Gedanken erst in die Belegschaft, dann in unsere Familien und in die Gesellschaft." Das wirkt, sei es jüngst beim Kochwettbewerb der Jugendzentren mit fair gehandelten Bio-Produkten oder in den "Klassen des Fairen Handels" an Dutzenden Schulen im Regionalverband.

Zur Steuerungsgruppe gehört eine leidenschaftliche Verfechterin des Fairen Handels, Fleurance Laroppe von der Fair Trade Initiative Saarbrücken (FIS). Die FIS war auf den Regionalverband zugegangen und sah, wie rasch das Team von Peter Gillo handelte. Ob beim Bal Populaire, bei der Festa Italia, den Gesundheitstagen: Immer war der faire Handel Thema. Denn es gab etwas zu diskutieren. Und zu probieren. Auf Tellern, in Tassen und Gläsern.

Um das Thema in die Kommunen der Region zu tragen, tagten in Quierschied, Kleinblittersdorf und Völklingen runde Tische zum Thema "Fairer Handel ". Gekommen waren Gewerbetreibende und Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Schulen, Kindertagesstätten und Jugendzentren .

Saarbrücken ist ohnehin längst ein gutes Pflaster für den Fairen Handel, war es doch 2009 die erste Fairtrade-Stadt Deutschlands und landete danach dreimal im bundesweiten Fairtrade-Wettbewerb auf Rang zwei. Seit 2015 ist Saarbrücken sogar für zwei Jahre die Hauptstadt des Fairen Handels in der Republik. Das Preisgeld von 35 000 Euro fließt natürlich wieder in das Engagement der Saarbrücker für mehr Gerechtigkeit. 31 Einzelprojekte wie der Wettbewerb "Faire Schulklassen", die erste "Faire Uni" Deutschlands, die "Konsumkritischen Stadtrundgänge" oder die "Faire Beschaffung" von Material für die Stadtverwaltung überzeugten die Jury.

Kritik am Fairen Handel und dem Missbrauch des begehrten Siegels prallt nicht ab an Aktivisten wie Fleurance Laroppe. "Das ist keine heile Welt, sondern von Menschen gemacht. Selbstverständlich nehmen wir Kritik ernst. Aber der Nutzen überwiegt bei weitem. Ich bin vor Ort bei den Produzenten. Ich habe gerade erst gesehen, wie Fairer Handel das Leben in El Salvador, Honduras und Nicaragua in den vergangenen Jahren verbessert hat. Ja, er bringt etwas. Natürlich können wir damit nicht die Welt retten. Aber wir versuchen, sie ein bisschen gerechter zu machen."

Schon nächstes Jahr dürfen die Saarbrücker Verfechter des Fairen Handels feststellen, ob ihre Heimatstadt weitere Fortschritte gemacht hat. Saarbrücken wird im September 2017 die nächsten Preisverleihung des Wettbewerbes veranstalten.

Die heutige Feier im Schloss soll zeigen, dass der Einsatz für einen gerechteren Handel viel Spaß macht. Junge Leute von der Gesamtschule Bellevue musizieren mit.

Aus gutem Grund, steht doch auf der Bellevue die erste Fairtrade-Gemeinschaftsschule im Regionalverband.