Zu schade für den Mülleimer

Viele – zu viele – Lebensmittel werden weggeworfen. Ein Bewusstsein dafür schaffen und ein Umdenken erreichen will die Verbraucherzentrale Merzig. Deshalb gab es dort jetzt konkrete Tipps, wie man die Verschwendung von Lebensmitteln bremsen kann.

Zum Weltverbrauchertag wartete die Verbraucherzentrale des Saarlandes mit erschreckenden Zahlen auf: Über 80 Kilo Lebensmittel werfen wir durchschnittlich weg. Dies hat eine Studie ergeben. Mit einer Ausstellung informiert die Verbraucherzentrale am Gaswerk 10 in Merzig jetzt darüber, was fälschlicherweise in der Tonne landet.

Vor allem junge Menschen und vor allem die Schulen will man erreichen, um ein Umdenken anzustoßen, denn die Vermeidung von Lebensmittelabfällen hilft, große Mengen an Energie, Wasser und CO{-2} einzusparen. "Wir kochen mehr, als wir essen", stellte Barbara Schroeter, Ernährungsreferentin der Verbraucherzentrale, bei der Eröffnung der Ausstellung vor Jugendlichen eines CEB-Lehrgangs fest. Keine Verwertung der Reste, falsche Lagerung der Reste und auswärts Essen verstärken die Problematik. "Bereits beim Einkaufen entscheiden wir über Lebensmittelabfälle", sagte Rosemarie Günther-Arand, Leiterin der Merziger Beratungsstelle. Als Gründe nennt sie fehlenden Überblick, ungeplante Schnelleinkäufe, ungeplante Großeinkäufe und die Werbung. "Die richtige Lagerung entscheidet über die Lebensdauer der Lebensmittel", weiß Barbara Schroeter. Als Gründe führte sie vor allen die unübersichtliche und nicht sachgerechte Lagerung von Lebensmitteln auf. Dazu kommt, dass viele Menschen Lebensmittel offen in den Kühlschrank stellen, es versäumen, Lebensmittel sachgemäß zu verschließen und abzudecken. Schnelleres Verderben und der Befall von Vorratsschädlingen - insbesondere bei Trockenvorräten und Getreideerzeugnisse - nennt sie als Folge.

"Wegwerffallen" vermeiden

Das Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums muss nach Darstellung der Beraterin jedoch nicht sofort zur Entsorgung dieser Lebensmittel führen. Die meisten sind, insbesondere bei sachgerechter Lagerung, noch längere Zeit verwendbar. Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine vorsichtige, aber kritische Prüfung. "Dagegen sollen von Schimmel befallende Lebensmittel sofort entsorgt werden. Ansonsten drohen ernsthafte Gesundheitsgefahren", raten die Fachfrauen. In der Ausstellung zeigen die Expertinnen typische "Wegwerffallen" auf - und wie man sie vermeiden kann.

Bei den Schulaktionen zeigen sie den Kindern und Jugendlichen, mit welchem Aufwand Lebensmittel heute produziert werden. Auch Infos, wie man ältere Lebensmittel verwerten kann und wie man erkennt, ob sie bedenkenlos noch gegessen werden können, stehen auf dem Plan. Auch Beispiele einer Resteverwertung werden vorgestellt. Parallel zur Ausstellung ist ein ein "Impro-Cooking-Wettbewerb gestartet. Die besten Rezepte aus drei vorgegebenen Lebensmitteln, die gerne mal übrig bleiben, werden prämiert. Zu gewinnen sind Produkte aus der Region sowie Gutscheine von saarländischen Erzeugern.