Zoff um Galerie-Zukunft blieb aus

Saarbrücken. Ein wenig verkniffen und angespannt sah Erik Schrader aus, als er am Mittwochabend im Hotel Leidinger auf dem Podium saß. Er sollte den Stand der Planungen für den Neustart der Stadtgalerie in städtischer Verantwortung vortragen

Saarbrücken. Ein wenig verkniffen und angespannt sah Erik Schrader aus, als er am Mittwochabend im Hotel Leidinger auf dem Podium saß. Er sollte den Stand der Planungen für den Neustart der Stadtgalerie in städtischer Verantwortung vortragen. So als rechnete der Kulturdezernent damit, von den Gastgebern, der Saarländischen Gesellschaft für Kulturpolitik (KuPo), hinterher ins Kreuzverhör genommen zu werden. Einen Moment der Spannung gab es wirklich, als der KuPo-Vorsitzende Kurt Bohr eine vorgefertigte "Resolution" ans etwa 40-köpfige Publikum und Schrader verteilen ließ. Doch nicht nur Bohrs Vereinskollege Hans-Jürgen Koebnick fiel auf, dass die dort genannten acht Forderungen kaum Differenzen zu Schraders Darlegungen aufwiesen.Die einzig nennenswerte Differenz: Schrader reklamiert die Federführung für die Bespielung des Stadtgalerie-Innenhofs für sein Amt. Und er will schon im Frühjahr damit beginnen, mit Jazz, Serenadenkonzerten und Chansons.

Die KuPo-Gesellschaft hingegen möchte den Hof dem künftigen Galerieleiter unterstellen. Denn, so gab Lukas Kramer zu bedenken: Das Programm sollte den Geist des Hauses spiegeln. Doch Konfliktpotenzial bot dieser Punkt nicht, wie auch sonst wenig an diesem Abend. Auch darin, was die Stadtgalerie künftig zeigen soll, war man sich mit Schrader einig. "Aktuelle Gegenwartskunst auf hohem Niveau", von Künstlern der nationalen und internationalen Kunstszene, vor allem auch aus Frankreich und dazu herausragende regionale Positionen, hieß es in der Resolution. Auch sollten Projekte verwirklicht werden, die "gesellschaftliche und wissenschaftliche Zukunftsfragen" aufgreifen. Was wie eine Verbeugung vor dem früheren Galerieleiter Bernd Schulz klingt. Dass der trotz eines - damals - zukunftsweisenden Konzepts auch Fehler gemacht habe, darauf wies die Kulturjournalistin Sabine Graf in ihrem Impulsreferat hin. Dass ein Kulturcafé als Entree mehr Besucher zur Kunst ziehen könnte, habe sich als Irrtum erwiesen. Die KuPo aber setzt sich erneut dafür ein. Womit sie jedoch richtig liegt: Dass der jetzige Zugang zur Galerie einem Geheimgang gleicht, der deshalb so nicht bleiben dürfe.

Fazit des Abends: wenig Diskussion, wenig Neues. Und das eher am Rande. So erfuhr man von Erik Schrader, dass der Stadtgalerie ein Etat von 50 000 Euro für Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung stehe und dass der Rückerwerb der drei Eigentumswohnungen im Galeriegebäude für die Stadt schwierig werde. Habe sie doch bei der Veräußerung damals versäumt, ein Vorkaufsrecht festzuschreiben.

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