Zeitdruck bei „Barock trifft Moderne“

Heizungen für die Kirchen, eine Renovierung des Stengelgartens, ein noch schöneres Stadtbild, in dem Fußgänger mehr Raum haben – beim Projekt „Barock trifft Moderne“ in Alt-Saarbrücken sind die großen Wünsche auf dem Tisch. Nun muss das Fördergeld auch zügig verbaut werden.

Einmal in der Woche ein Frischemarkt vor der Ludwigskirche - ist das nicht etwas wenig? Könnte man nicht mehr aus dem Platz machen, kulturell und touristisch? Und was? Das sind Grundsatzfragen, die im Zusammenhang mit dem Projekt "Barock trifft Moderne" besprochen werden, gern auch mit der Bevölkerung. Wie berichtet, hatte die Landeshauptstadt Erfolg mit ihrer Bewerbung um Bundesmittel aus dem Fördertopf "Nationale Projekte des Städtebaus". Saarbrücken will die zur Verfügung stehenden fast vier Millionen Euro (3,6 vom Bund und 0,4 vom Land) in Alt-Saarbrücken investieren. Genau gesagt soll das baukulturelle Erbe von Barock und Nachkriegsmoderne an der Schnittstelle von Ludwigsplatz und Eisenbahnstraße erhalten und fortentwickelt werden.

Ludwigskirche und Friedenskirche, die beide an der Seite der Stadt von der Förderung profitieren, wollen Heizungen einbauen, so dass die Häuser nicht nur für kirchliche, sondern auch weltliche Ereignisse genutzt werden können. Die Friedenskirche benötigt einen barrierefreien Zugang und soll deutlicher hervorgehoben werden.

Der Nutznießer Saarbrücken hat die Absicht, den in den 1950ern angelegten Garten namens Stengelanlage in Schuss zu bringen. Teuer wird die Renovierung der Wasserbecken, deren Leitungen und Pumpen nicht mehr funktionieren und die deshalb seit Jahren von Hand befüllt werden müssen. Außerdem möchte die Stadt den historisch-städtebaulichen Zusammenhang zwischen Ludwigsplatz und Wilhelm-Heinrich-Straße besser verdeutlichen, was wahrscheinlich dazu führt, dass Abschnitte von Straßen, Gehwegen und Kolonnaden umgestaltet werden.

Beim Rundgang anlässlich einer"Stadtteilkonferenz" für interessierte Bürger und Interessengruppen konnten sich die Experten der Stadtverwaltung gegen den Verkehrslärm nur schwer durchsetzen - da müsste was passieren, befanden etliche der 70 Teilnehmer, die übrigens den neuen Baudezernenten Prof. Heiko Lukas zu dessen erstem Arbeitstag die Hand schütteln durften.

Die wichtigste Nachricht kam von Monika Kunz, der Leiterin des Stadtplanungsamtes: Es herrscht "ein gewisser Umsetzungsdruck" im Projekt "Barock trifft Moderne", bis Ende 2018 müssen demnach alle Maßnahmen nicht nur ausdiskutiert, sondern "abgewickelt" sein.

Viel Zeit für Diskussion bleibt da nicht.