Zeit für Träumereien im „Kleinen Freiraum“

Saarbrücken · Ein originelles Kunstprojekt haben sich Henrike Kreck und Annette Orlinski ausgedacht und eröffneten den „Kleinen Freiraum“ in Saarbrücken. Eine „künstlerische Denkfabrik“ wollen die beiden kreativen Frauen schaffen.

 Freiraum dank kleiner Dreiecke aus Karton haben Henrike Kreck (links) und Annette Orlinski geschaffen. Foto: Karger

Freiraum dank kleiner Dreiecke aus Karton haben Henrike Kreck (links) und Annette Orlinski geschaffen. Foto: Karger

Foto: Karger

Freiraum ist in der kleinsten Hütte. Die Saarbrücker Künstlerinnen Henrike Kreck und Annette Orlinski mieten zwischen Ludwigskirche und Saar einen winzigen dreieckigen Raum. Die Renovierung haben sie mit dem Verkauf dessen, was vorher drin war - Regale voll mit Flohmarktartikeln - finanziert. Die Mitfahrzentrale hatte hier mal ihr kleines Büro, das ist aber schon länger her. Eine "Plattform und künstlerische Denkfabrik" soll nun aus der Hausecke mit Saarblick werden, ein "kleiner freiraum". Künstlerisch auf einer ähnlichen Wellenlänge haben Kreck und Orlinski Dutzende Schachteln aus Fotokartons gefaltet und mit dem Aufdruck "freiraum" versehen. Auch die Schachteln sind dreieckig. Sie erinnern an das Kindergartenkindern verordnete "Freispiel".

Im ansonsten durchstrukturierten oder, im Falle der Kinder, pädagogisch aufbereiteten Tagesablauf fehlt Zeit für nutzlose Gedanken und Träumereien. Der Hastende, dem dies schon länger schwante, könnte nun zur Schachtel greifen und an die Luft denken, die sie umhüllt. Und sich dann ganz fest vorzunehmen, sich nichts vorzunehmen - Freiraum zu planen. Man darf für die kleinen Freiräume etwas bezahlen, denn "was nichts kostet, ist nichts wert". Und weiteren Projekten kann etwas Geld nicht schaden.

Die beiden wollen keine reine Kunstgalerie schaffen. Projekte sozialen Charakters betreut Annette Orlinski seit Jahren in ihrer Kunst und Modewerkstatt, wo sie mit Jugendlichen Kleidung von der Stange individualisiert, und sich ganz dem Thema Recycling verschrieben hat. Denkbar ist von der im Internet übertragenen Lesung bis zum Bühnenstück im Glaskasten alles, was der Phantasie möglicher Freiraumnutzer entspringt und das Wohlwollen der Kuratorinnen findet.

kleiner-freiraum.de

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