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Zeichnungen wecken Freude am Einfachen und Stillen

Saarbrücken. Die im Iran geborene Künstlerin Pari Morandi zeichnet Tonscherben, die sie zuvor achtsam herrichtet. 36 ihrer Arbeiten sind unter dem Titel „Fragmente“ derzeit in der Galerie Neuheisel zu sehen. qb

Nein, es liegen keine Scherben auf dem Boden der Galerie Neuheisel. Die titelgebenden "Fragmente" sind in der aktuellen Ausstellung nicht real vorhanden, wie Besucher bereits vermuteten. Sie sind lediglich als Motive in den 36 Zeichnungen und Gemälden, die Pari Moradi in der Saarbrücker Galerie präsentiert.

Seit 2007 zeichnet die 1977 im Iran geborene Frau Tonscherben in Arrangements, die sie zuvor achtsam hergerichtet hat. In natürlich warmen Erdfarben bringt sie ihre Modelle auf die Leinwände. Vor einer minimalistisch den Horizont andeuteten Linie und mit Schattenwürfen, die sie im weiten, weißen Raum dreidimensional verorten. Ganz reduziert und leise kommen diese Gemälde nun einher und bilden schon in dieser Hinsicht einen großen Kontrast zu den bisherigen Ausstellungen - man denke nur an die stark farbfixierten Werke von Bernd Zimmer oder von Thitz.

Dessen ist sich auch Galerist Benjamin Knur bewusst, wenn er davon redet, dass "man die Wahrnehmung feiner fixieren müsse."

So gilt es, sich zu entschleunigen, um in diese ruhigen Werke einzutauchen. Um den wenigen Formen nachzuspüren und dabei ihre Anmut zu entdecken. Denn in der Tat scheinen sie in der Betrachtung ganz still zu neuem eigenem Leben zu erwachen - was allerdings deutlicher, weil kontrastreicher in den Leinwandarbeiten zum Ausdruck kommt. Und doch gelingt es auch den feinen Bleistiftzeichnungen, die Freude am Einfachen, Stillen zu wecken und die Zeit ein wenig anzuhalten. Hier ist weniger mal wieder mehr.

Pari Moradi - "Fragmente". Bis 11. April. Galerie Neuheisel, Johannisstr. 3a, Di - Fr 10 - 13 u. 14.30 - 18.30 Uhr, Sa 10 - 14 Uhr.