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Zeichner lässt sich über die Schulter schauen

Saarbrücken. Die Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse präsentiert den iranischstämmigen Künstler Mehrdad Zaeri. Im Saarbrücker Schloss wird er am Sonntag drei Mal seine interaktiven Lesungen anbieten. red

Mehrdad Zaeri ist das lebende Beispiel dafür, dass Träume keine Kompromisse kennen. 1970 im iranischen Isfahan geboren, kam er mit 15 Jahren mit seiner Familie nach Heidelberg. Sprachliche und kulturelle Barrieren erschwerten seinen Alltag. Mehrdad brachte schon immer seine Gedanken in Form von kleinen Zeichnungen auf Papier. Als er damit die Aufmerksamkeit seiner Mitschüler gewinnen konnte, realisierte er, dass Kunst die erfrischendste Form ist, mit Menschen in Kontakt zu treten. Daraufhin beschäftigte er sich intensiver mit Kunst.

Aus anfänglichem Interesse wurde schon bald ein Berufswunsch. Ausschließlich Kunst machen, nicht nur einen Beruf einschlagen, der ansatzweise kreativ ist, war sein Ziel. Seine Wahlheimat Deutschland hat ihn dabei sehr beeinflusst. Hier hat er die Freiheit gelernt, nein zu sagen zum gradlinigen Weg. Man wird zwar als Künstler nicht besonders unterstützt, aber man darf sich trotzdem ausleben, anders sein, unbequem sein.

Mehrdad Zaeri hat sich als freischaffender Zeichner, Illustrator, Live-Projektionskünstler und jüngst als Bühnenbildner einen Namen gemacht. Improvisation und Spontanität sind dabei wichtige Merkmale seines Schaffensprozesses, die seinen Bildern eine gewisse Verträumtheit und Humor, aber zum Teil auch Aggressivität und immer auch eine warmherzige Melancholie verleihen.

Für die Buchmesse in Saarbrücken hat Zaeri sich etwas Besonderes einfallen lassen. Während Schauspielerin Barbara Scheck aus dem von ihm illustrierten Buch "Prinzessin Sharifa und der mutige Walter" vorliest, zeichnet er vor Ort ganz spontan, was ihm gerade in den Sinn kommt. Mit Hilfe eines Overhead-Projektors werden diese Bilder sofort für das Publikum sichtbar.

Sonntag, 25. Mai, 12, 14 und 16 Uhr, VHS am Schloss, Raum A.