Zehntausende nutzen diesen Ärzte-Service

Regionalverband · Rund 126 000 Patienten suchen jährlich die Notaufnahmen der Kliniken im Regionalverband auf. Aber nicht immer ist die Maximalversorgung einer Klinik notwendig. Denn es gibt ja noch den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Er hilft, wenn der Hausarzt keine Sprechstunde hat. Und das spricht sich herum.

Bei Erkrankungen, die außerhalb der Sprechstunden des Hausarztes auftreten und keinen Notfall darstellen, sollte die erste Anlaufstelle der ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland (KVS) sein. Dieser Dienst ist immer dann erreichbar, wenn die Arztpraxen geschlossen sind. "Den Fall, dass kein Arzt zu sprechen ist, gibt es weder nachts noch am Wochenende", sagt Joachim Meiser. Er ist als stellvertretender Vorstandschef der KVS für die Organisation des Bereitschaftsdienstes zuständig.

Unter der Rufnummer 116 117 werden Patienten dort an den in ihrem Gebiet diensthabenden Arzt weitergeleitet. An Werktagen behandelt der die Patienten abends und nachts in seiner Praxis oder macht Hausbesuche. Weil an Wochenenden die Nachfrage besonders groß ist, hat die KVS spezielle Bereitschaftspraxen an Kliniken eingerichtet. In ihnen helfen die Ärzte zwischen Freitag und Montag den Patienten . Im Regionalverband gibt es solche Bereitschaftsdienstpraxen in Saarbrücken, Sulzbach und Püttlingen. "Die Patientenzahlen steigen hier deutlich", sagt Gunter Hauptmann. Er ist der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung. Dazu gibt es folgende Vergleichszahlen: Suchten 2009 noch rund 48 000 Patienten die saarlandweit 13 Wochenendpraxen auf, so waren es 2014 bereits rund 72 000. Im Schnitt sind das je Bereitschaftsdienstpraxis 48 Patienten an einem Wochenend-Tag. "Mittlerweile sind es noch mehr", erklärt Meiser.

Für eine Ausweitung des Angebots auf Werktage sieht er trotzdem kaum eine Chance: "Da ist die Nachfrage einfach nicht groß genug und die jetzige Lösung wohl sinnvoller", sagt Meiser.

Wären die Praxen an den Kliniken auch an Werktagen geöffnet, würde der Bereitschaftsdienst jährliche Kosten von insgesamt sieben bis zehn Millionen Euro verursachen, schätzt Meiser. Das jetzige System schlägt dagegen jährlich mit fünfeinhalb Millionen Euro zu Buche und wird durch Abgaben der niedergelassenen Ärzte finanziert.

Erwirtschaftet werden hingegen nur zweieinhalb Millionen, sodass es dem ambulanten Bereitschaftsdienst nicht besser geht als den Kliniken , deren Notaufnahmen ebenfalls Verluste machen. "Wie mit der gleichzeitig steigenden Inanspruchnahme im ambulanten und stationären Bereich langfristig umzugehen ist, darüber muss noch diskutiert werden", sagt Meiser. Insgesamt sei das medizinische Versorgungssystem zu sprechstundenfreien Zeiten aber gut aufgestellt. "Trotzdem entwickeln wir es weiter", verspricht Hauptmann.

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