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ZDF will künftig mehr Sendungen im Saarland produzieren

Saarbrücken. Nachdem CDU und SPD im Landtag kritisiert hatten, das Saarland komme in ZDF-Sendungen zu selten vor, zeigt sich der Sender nun entgegenkommend. Künftig soll mindestens eine größere Sendung pro Jahr hier produziert werden. Nora Ernst

Es wird künftig wohl mehr ZDF-Sendungen aus dem Saarland geben. Das sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut gestern im Medienausschuss des saarländischen Landtags zu. Bellut wolle künftig mindestens eine größere Sendung pro Jahr im Saarland produzieren lassen, sagte der Ausschuss-Vorsitzende Thomas Schmitt (CDU ). Er werde die Produzenten bitten, sich nach Produktionsorten umzuschauen und Vorschläge für Sendungen zu entwickeln.

Bellut und ZDF-Justitiar Peter Weber waren zu einer Anhörung aus Mainz angereist, nachdem CDU- und SPD-Fraktion im Saar-Landtag kritisiert hatten, das ZDF produziere zu wenige Sendungen im Saarland und werde so seinem gesetzlichen Auftrag nicht gerecht. Moniert wurde außerdem, dass keine saarländische Institution Mittel des ZDF für die Filmförderung erhalte. In diesem Punkt gab es gestern keine Einigung. Bellut wolle dies erst intern im Sender besprechen, so Schmitt. "Wir werden Ende 2016 nochmal nachhaken", sagte der CDU-Abgeordnete.

CDU- und SPD-Fraktion werteten das Gespräch als "gelungenen Einstieg in den Dialog mit dem ZDF ". Bellut hatte demnach auch zugesagt, prüfen zu lassen, ob stärkere Engagements der Sender Arte und 3Sat möglich sind. Auch Jürgen Lennartz (CDU ), Chef der Staatskanzlei, begrüßte die Pläne des ZDF : "Das Saarland bietet durch seine Brückenfunktion zwischen Frankreich und Deutschland zahlreiche spannende und unverbrauchte Drehorte."

Dem Ganzen waren einige "diplomatische Verwicklungen", wie es Schmitt formulierte, vorausgegangen. CDU- und SPD-Fraktion hatten kritisiert, die im Saarland produzierten Programmanteile des ZDF bewegten sich im Promillebereich und damit weit unter dem saarländischen Anteil am Aufkommen der Rundfunkgebühr. Das ZDF hatte diesen Vorwurf zurückgewiesen: Der Sender sei als nationaler öffentlich-rechtlicher Sender konzipiert worden, weshalb sein Programmschwerpunkt im nationalen und internationalen Bereich liege, hieß es damals.